Mit großem Aufgebot wird der Start der Expresslinie gefeiert.

X80

Neuer Expressbus von Puchheim nach München startet

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In 30 Minuten ohne Umsteigen von Puchheim über den Münchner Westen nach Moosach: Das macht ab Montag der Expressbus X80 möglich.

Puchheim  – Aus Sicht der Verantwortlichen ist der X80 schon jetzt eine Erfolgsgeschichte. Das Projekt sei ein Beweis, dass viele Köche nicht immer den Brei verderben. Das sagte Landrat Thomas Karmasin am Freitag, bevor er sich mit Bayern Verkehrsminister Hans Reichart (CSU) und anderen geladenen Gästen von Puchheim aus auf eine Probefahrt begab. Ab kommenden Montag fährt der Expressbus X80 dann werktags im 20-Minuten-Takt vom S-Bahnhof Puchheim über Lochhausen und Untermenzing nach Moosach.

Gemeinsame Planung

Rund eineinhalb Jahre dauerte es, die neue Linie auf die Straße zu bringen. Das ist nicht selbstverständlich für ein Verkehrsvorhaben, das in mehrere Zuständigkeitsbereiche fällt. Dass sich die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) und der Landkreis Fürstenfeldbruck so zügig auf die Einrichtung der Buslinie einigen konnten, lag auch daran, dass die Stadt München und der Freistaat zugesagt haben, Teile eines möglichen Betriebskostendefizits zu übernehmen. Denn die Tangentialverbindung soll auch die Stadt entlasten, die beim Thema Verkehr mächtig unter Druck steht.

Pendler aus der Innenstadt heraus halten

Der X80 soll helfen, Verkehr aus der Münchner Innenstadt herauszuhalten. Pendler, die von Puchheim nach Moosach wollen – dort halten die Flughafen-S-Bahn S1 und die U3 – müssen bisher mit der S4 nach Laim und dort umsteigen. Zum S-Bahnhof Untermenzing ist ein Umweg über Pasing nötig. Ohne Stau verkürzen sich die Fahrzeiten mit dem Expressbus um einige Minuten.

Mehr Zeitgewinn haben die Fahrgäste, die von weniger zentralen Haltestellen im Landkreis in den Münchner Westen und Norden wollen. In Puchheim Bahnhof gibt es Zwischenhalte in der Heussstraße und der Lagerstraße. Demnächst soll ein Stopp in der Gröbenzeller Lena-Christ-Straße dazukommen. Der Halt in Richtung Puchheim könnte nächste Woche fertig sein. Für eine Haltestelle Richtung Moosach laufen Grundstücksverhandlungen.

Appell pro Busspur

„Durch die Tarifreform wird es auch günstiger“, sagt Hermann Seifert, der im Landratsamt für den ÖPNV zuständig ist. „Auf dem Weg in den Münchner Norden muss man dann nicht in die neue Kernzone M fahren“.

Vor der Probefahrt am Freitag sagte Puchheims Bürgermeister Norbert Seidl (SPD), er freue sich über die neue Buslinie. Vor allem gebe es jetzt eine brauchbare Notfall-Alternative im Fall von Störungen bei der „ausgemergelten alten S-Bahn“. Sein Gröbenzeller Amtskollege Martin Schäfer (UWG) sagte, der Bus sei ein guter Ansatz „habe aber einen Platten schon bevor er losfährt.“ Denn auch der Bus würde morgens von Gröbenzell nach München im Stau stehen. Er appellierte an Verkehrsminister Reichart, beim anstehenden Umbau der Lochhausener Straße neben einem Radweg auch eine Busspur einzurichten.

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