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Neues Kunstwerk am Puchheimer Bahnhof wieder aus Holz

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War marode: der einstige Nord-Süd-Durchblick.

Der so genannte Nord-Süd-Durchblick am Bahnhof wird wieder in Holz entstehen. Der Kulturausschuss des Stadtrats zeigte sich zuletzt wenig überzeugt von einer Idee, die der Schöpfer des Mahnmals, Franz Hämmerle, selbst vorgeschlagen hatte:

Puchheim – Nämlich das neue Tor aus Steinquadern aus verschiedenen Ländern zusammenzusetzen. Die Kosten wären nach seiner Schätzung nicht wesentlich höher gewesen als bei einer neuerlichen Ausführung in Eiche. Dass die Skulptur wieder an ihren ursprünglichen Platz am nördlichen Bahnhofsvorplatz kommt, war schon vor einigen Monaten beschlossen worden.

Der Bildhauer aus Windach hatte den Materialwechsel vorgeschlagen, weil die beiden senkrechten, knapp vier Meter hohen Stämme genau auf zwei schon installierte Stahlröhren passen müssten und die Bohrung Schwierigkeiten bereiten könnte. Außerdem fürchtete Hämmerle bei der Holz-Ausführung ein ähnliches Schicksal wie beim Originalwerk: Durch nasses, nicht entferntes Laub könnte sich wieder ein Pilz ausbreiten und die Standfestigkeit gefährden.

Im Ausschuss fand die Stein-Lösung aber nur wenig Gefallen. Ob Dolomit oder Muschelkalk wie vom Künstler vorgeschlagen – das Ganze würde womöglich „zu hart und schwer“ wirken, wurde eingewandt. Um Schwierigkeiten bei der Bohrung zu vermeiden, könne man das Kunstwerk außerdem neu fundamentieren. Und was Haltbarkeit und Anfälligkeit von Holz angehe: „Kunst ist nicht auf Dauer angelegt,“ so ein Ausschuss-Mitglied.

Der Nord-Süd-Durchblick war auf Initiative des örtlichen Entwicklungshilfevereins Campo Limpo und hauptsächlich finanziert durch Spendengelder 1992 – 500 Jahre nach der Wiederentdeckung Amerikas – aufgestellt worden. Es sollte an den Kolonialismus erinnern und zum Nachdenken über das globale Wohlstandsgefälle anregen. Ob die kurzen eingeritzten Inschriften im Holz („Nur ein Wir“, „Nur eine Erde“) vor der Neuaufstellung aktualisiert werden, steht noch nicht fest. OLF PASCHEN

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