Die Krähenpopulation in Puchheim steigt trotz zahlrei cher Vergrämungsversuche. Beispielfoto: tb

406 Nester 

Nichts hilft: So viele Krähen wie nie zuvor

Netze in den Bäumen, Fake-Eier aus Gips, Alarmrufe per Lautsprecher – kein Mittel scheint die Puchheimer Saatkrähen wirklich schrecken zu können. Die Zahl der Nester steigt weiter.

Puchheim– Wie Monika Dufner vom Umweltamt jetzt dem Planungsausschuss des Stadtrats berichtete, wurden Ende April in der Kernkolonie am Friedhof und in den Splittersiedlungen insgesamt 406 Nester gezählt, noch einmal 22 Prozent mehr als beim Rekordwert vom Vorjahr. Dennoch gibt es auch kleinere Erfolgsmeldungen. Das Sprengerin-Wäldchen, bislang immer zweitgrößte Kolonie, ist nach Einsatz eines „bird gard“ (akustische Vogelabwehr) fast krähenfrei. Und zumindest einige der hauptbetroffenen Anwohner fanden die Lärm- und Kot-Plage in diesem Frühjahr nicht so schlimm wie sonst. Vielleicht auch nur, weil sie resigniert haben, wurde im Ausschuss gemutmaßt.

An Vergrämungsversuchen ließ es die Stadt jedenfalls nicht fehlen. Drei Bäume wurden mit Netzen zugehängt, aber konnten eben nicht komplett abgedichtet werden. Drei Nester entstanden trotzdem, zwei Vögel verletzten sich bei Fluchtversuchen. Zum kleinen wissenschaftlichen Projekt geriet die Ei-Manipulation. Teilweise wurden sie angestochen, teilweise durch Gipseier ersetzt, teilweise ganz entwendet. Wo die Vögel ein ganz leeres Nest fanden, legten sie nach. Der Trick mit den falschen Eiern schien bei den 70 Versuchsnestern aber zu funktionieren. Den durchschlagendsten Erfolg hatten die Panikrufe vom Band. Der ganze Schwarm vom Sprengerinwald „flog auf und war nicht mehr gesehen“, berichtete Dufner. Möglicherweise ließen sich die Tiere aber ganz in der Nähe nieder. Hinter dem Haus Elisabeth wuchs die Zahl der Nester deutlich.

Es gibt inzwischen doppelt so viele Splitterkolonien (zehn) wie im Vorjahr, die zumeist auch stärker besetzt sind. Einige neue Standorte gelten dabei aber auch als für Krähe und Mensch gleichermaßen geeignet. Etwa der am etwas abgelegenen Mondscheinweiher. Und auch die neue Ansiedlung an der Bahnlinie Richtung Eichenau stört keine direkten Anwohner. Dort könnte man versuchen, mit Lockrufen und Locknestern für weiteren Zuzug zu sorgen.

Der Eierdiebstahl und der Lärmterror mit Panikrufen gelten als ausbaufähige Mittel, falls die Naturschutzbehörde nicht nur wie bisher Versuche in den Randbereichen zulässt. Theoretisch bleibt aber auch die Option, selbst ein geeignetes Ausweichquartier für die Masse der Krähen zu organisieren. Laut Bürgermeister Norbert Seidl (SPD) lässt sich die Grundsatzentscheidung, ob man der Hauptkolonie mit Raubvögeln zu Leibe rückt, nicht mehr lange vermeiden. Darüber wird der Stadtrat befinden, wenn die Fortschreibung der ornithologischen Begleituntersuchung vorliegt. (op)

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Wegen Wiesn: Polizei zieht Promillesüder aus dem Verkehr
Fünf betrunkene Autofahrer hat die Germeringer Polizei am Wochenende gestoppt. Alle hatten zuvor auf dem Münchner Oktoberfest getrunken.  
Wegen Wiesn: Polizei zieht Promillesüder aus dem Verkehr
Live-Ticker: Alle Ereignisse der Region Fürstenfeldbruck, Germering, Olching und Puchheim
Wann gibt‘s die ersten Ergebnisse in der Region Fürstenfeldbruck, Germering, Olching und Puchheim? Wie haben unsere Wähler abgestimmt? Was sagen die Kandidaten und …
Live-Ticker: Alle Ereignisse der Region Fürstenfeldbruck, Germering, Olching und Puchheim
Fursty: Strategie-Konzept soll im Juli stehen
Zehn Monate sind nun Zeit: Dann soll in Zusammenarbeit von vier Kommunen, dem Landkreis und übergeordneten Behörden ein Konzept für die Nachnutzung des …
Fursty: Strategie-Konzept soll im Juli stehen
Kreisverkehr wird eine Nacht lang gesperrt
In Germering wird eine der wichtigsten Straßen der Stadt gesperrt: Der Kreisverkehr im Gewerbegebiet Germeringer Norden ist von Donnerstag, 28. September, 20 Uhr, bis …
Kreisverkehr wird eine Nacht lang gesperrt

Kommentare