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Pläne für Umbau des Puchheimer Bahnhofs gestoppt

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Der Puchheimer Bahnhof soll barrierefrei werden. © Weber-Archiv

Kleine Sensation in Puchheim: Das Verkehrsministerium will die Ausbaupläne für den barrierefreien Bahnhof noch einmal überprüfen. Der Zeitplan lässt sich nicht halten.

Puchheim – Die Bombe platzte am Donnerstag bei einem Informationsabend der Stadt zum barrierefreien Ausbau des Haltepunkts. Bürgermeister Norbert Seidl berichtete von einem Gespräch im Ministerium in der vergangenen Woche, bei dem der Amtschef eine neuerliche behördeninterne Machbarkeitsstudie zugesagt hatte. 

Noch einmal auf ihre technische Umsetzbarkeit geprüft werden zwei weitere Varianten neben der von der Bahn geplanten Erschließung des Mittelbahnsteigs durch einen Aufzug: Der von Behinderten- und von Seniorenbeirat favorisierte neue Außenbahnsteig auf der Nordseite, der allerdings vor einigen Jahren bereits als nicht zum Betriebskonzept der Bahn passend verworfen wurde. Und ein zusätzlicher Lift von der Unterführung zum Mittelbahnsteig. Weiteres Versprechen des Amtschefs: Die Realisierung werde sich zwar verzögern, Puchheim aber nicht bis ans Ende der Warteliste für behindertengerechte Bahnhöfe durchgereicht.

Diese Zwischenlösung scheint nicht ganz im Sinne des für die S-Bahnen zuständigen Referatsleiters im Ministerium, Frank Kutzner, zu sein. Der bestätigte bei seinem Auftritt zwar den vorübergehenden Planungsstopp, schien den aber auch persönlich zu nehmen. „Sie müssen entscheiden, ob das zum Klatschen ist oder zum Nachdenken“, sagte er in Richtung applaudierender Zuhörer. Schließlich habe man sich „ins Zeug gelegt, das was voran geht“ – jetzt werde in Puchheim bis 2021 nichts passieren. Für die betroffenen Beiräte wie auch die Stadt allerdings wohl eine verschmerzbare Verzögerung. Lieber eine späte Lösung als eine schlechte, hörte man aus ersten Reaktionen.

Zuvor war von zwei Vertretern der DB Netz noch einmal die bisherige Planung – erstmals auch mit einer Visualisierung – vorgestellt worden. Die Vertreter von Behinderten- und Seniorenbeirat hatten ihre Einwände dagegen vorgetragen. Zeit genug war ja. Wegen des Zusammenbruchs des S-Bahn-Netzes am Donnerstag war der Mann vom Ministerium mit einer Stunde Verspätung erschienen. Die zwei Bahn-Vertreter hatten nur 30 Minuten Verzug – sie hatten für das letzte Stück ein Taxi genommen.

Olf Paschen

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