So sieht das Magazin aus. tb

Jeder vierte ist unter 18

Planie zum Vorzeigen: Menschen aus 73 Nationen

 Die Planie in Puchheim: 3097 Menschen leben dort, knapp mehr als die Hälfte davon sind Ausländer aus insgesamt 73 Nationen. 

Puchheim – Und mehr als jeder vierte Bewohner ist jünger als 18. Einigen dieser Menschen ein Gesicht zu geben, eine der „Herzkammern der Stadt“, wie es der Bürgermeister Norbert Seidl ausdrückt, auch anderen Puchheimern näher zu bringen, ist Ziel eines neuen Magazins. „Planie aktuell“ nennt sich das vom Quartiersmanagement herausgegebene 28-Seiten-Heft, wobei man das mit der Aktualität nicht zu genau nehmen sollte. Denn die meisten „Neuigkeiten aus dem Stadtteil“, die auf einer Doppelseite vorgestellt werden, dürften sich schon herumgesprochen haben. So etwa das Jubiläumsfest des Mehrgenerationenhauses in der Heussstraße. Es fand im Juli statt.

Im Zentrum des Heftes stehen Porträts von insgesamt acht Bewohnern, die sich selbst vorstellen und aus ihrem Leben in der Planie erzählen. Alle Texte wurden ins Englische und eine dritte Sprache (griechisch, spanisch, arabisch) übertragen, bei der deutschen Originalversion halfen den nicht so Stilkundigen in der Regel deutsche Muttersprachler.

Auch die Vorzeige-Bewohner aus dem Magazin stammen aus aller Herren Länder und haben Hautfarben von bleich bis dunkel. Viele loben die angenehme, multikulturelle Atmosphäre, oft aber auch mit dem Zusatz, dass man schon auch einiges an Toleranz brauche. Das Zusammenleben sei bunter als anderswo, aber auch schwieriger, gibt ein Syrer zu Protokoll. Und ebenfalls fast gleichlautend ärgern sich manche Befragte, ob alteingesessen oder zugezogen, über zu viel Müll, fehlenden Respekt vor fremdem Eigentum oder mutwillige Zerstörung.

Thematisiert wird auch das Verhältnis zwischen Deutschen und Ausländern. Die Menschen hier seien schon ernster und feierten weniger, stellt eine Bulgarin fest, die dennoch „viele Freunde“ gefunden hat. Sofort verliebt in eine „ruhige, multikulturelle Stadt“ hat sich dagegen ein Ägypter, der heute beim TC Puchheim Tennis spielt. „Integration bedeutet auch, integrieren zu lassen,“ merkt eine deutsche Studentin mit schwarzer Hautfarbe kritisch an, während eine 16-jährige Irakerin noch ausschließlich begeistert ist: „Wenn doch alle so freundlich und hilfsbereit wären, wäre die Welt viel friedlicher.“

Außerdem bietet die erste Ausgabe ein Grußwort des Bürgermeisters, eine Kinderseite und einen Rückblick auf die Frühzeit der Planie als Trabantenstadt. Als man noch mit dem Kinderwagen über die unbefestigte Adenauerstraße holperte, wurden Mietnachlässe gewährt, um Menschen in die Hochhäuser zu ziehen. Eine eher kurze Episode, wie sich zeigte: Mehr Mitglieder als die spätere Interessengemeinschaft der zeitweise 800 Bewohner, die sich gegen überhöhte Nebenkostenabrechnungen wehrte, hatte damals nur der FC Puchheim.

Mit der Sparkasse gibt es nur ein Unternehmen, das in der ersten Ausgabe inseriert. Aber die Anzeigen-Akquise ist nicht das Problem einer Zeitschrift, die sich über die Finanzierung durch Stadt und staatliche Fördermittel keine Gedanken machen muss. Eher darum, ob sich noch mehr Mitarbeiter finden – für eine weitere Ausgabe. Erscheinen soll das Magazin künftig mindestens einmal im Jahr.  op

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