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Oft springt die Taxiunternehmerin Claudia Strigler (l.) selbst ein, wenn alle ihre Taxis verplant sind. Dann holt sie das Ehepaar Gisela und Rolf Strake selbst ab.

Sie springt ein, wenn Not am Mann ist

Rentner-Ehepaar dankt seinem Taxi-Engel

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Das Ehepaar Gisela und Rolf Strake haben kein eigenes Auto mehr. Wenn sie einen Termin haben, rufen sie sich ein Taxi. Jetzt möchten sich die Eheleute bei einer ganz besonderen Taxifahrerin bedanken.

Puchheim – Weihnachten ist die Zeit des Schenkens – aber auch die Zeit, danke zu sagen. Danke den vielen guten Geistern, die einem das ganze Jahr über das Leben erleichtern. Das dachten sich zumindest Gisela und Rolf Strake aus Puchheim. Die beiden wandten sich ans Tagblatt, weil sie sich öffentlich bei einer Frau bedanken wollten, die viele Menschen nur als Stimme kennen.

Die Rede ist von Claudia Strigler. Die 52-Jährige arbeitet als Geschäftsführerin in einem Taxiunternehmen in Puchheim. Dort ist sie in der Zentrale für die Koordination der Fahrer zuständig. Selbst sitzt sie nicht hinterm Steuer – außer, wenn es um Menschen geht wie die Strakes.

Hier fährt die Chefin noch selbst Taxi

Das Rentnerehepaar hat das eigene Auto schon vor einer Weile abgeschafft. „Gut zu Fuß sind wir auch nicht mehr“, erzählt Gisela Strake. Die 76-Jährige und ihr ein Jahr älterer Ehemann müssen dennoch immer wieder zu verschiedenen Ärzten oder auch ins Krankenhaus. Zwar wohnen die beiden nicht weit vom Puchheimer Bahnhof, doch zum Laufen ist die Strecke häufig zu beschwerlich.

Seit 45 Jahren leben die aus Hannover stammenden Strakes in Puchheim. „Wir sind hier schon eingemeindet“, sagen die beiden gut gelaunten Senioren. Rolf Strake arbeitete früher als Personalleiter in der Siemens-Zentrale in München. Inzwischen sind sie weniger mobil und mehr auf Unterstützung angewiesen. „Wir brauchen öfter mal einen Wagen“, sagen die Strakes. Nicht immer haben sie genügend Vorlauf, um im Voraus ein Taxi zu bestellen. Dann kann es passieren, dass Claudia Striglers Fahrer alle unterwegs sind. „Aber sie findet immer einen Weg, uns trotzdem zu fahren“, erzählt Rolf Strake. Wenn es sein muss, setzt sich die 52-Jährige eben selbst hinters Steuer und holt das Ehepaar ab. Auch dann, wenn die Fahrt nur zum Einkaufen gehen soll.

Taxis können auch für kürzere Strecken gebucht werden

„Manche älteren Leute scheuen sich, ein Taxi zu rufen, wenn es nur um kurze Strecken geht“, weiß die Geschäftsführerin der Firma MFC. Das muss aber nicht sein – vor allem, wenn es für die Betreffenden keine Alternative gibt. „Man kann uns auch wegen 500 Metern anrufen.“ Im Zweifelsfall ließen sich kürzere Strecken leichter in einen ausgebuchten Terminkalender einschieben als längere.

Die Strakes wissen das – und wissen es zu schätzen. Manchmal überraschen sie ihren guten Geist mit einer Schachtel Pralinen. Oder, wie jetzt, mit einem öffentlichen Dankeschön. „Wenn wir sie nicht hätten“, bringt Rolf Strake es auf den Punkt, „wären wir arm dran.“

Puchheimer häkeln für den Umweltschutz. Für den Puchheimer Liederkranz geht es nächstes Jahr nicht mehr weiter. 

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