Norbert Seidl bleibt Bürgermeister in Puchheim. Hier sitzt er im Kreise seiner Angestellten von der Stadtverwaltung.

Stichwahl 2020

CSU-Kandidatin chancenlos gegen SPD-Amtsinhaber

Norbert Seidl bleibt Bürgermeister von Puchheim. Bei der Stichwahl siegte der Amtsinhaber von der SPD fast mit Zwei-Drittel-Mehrheit

Puchheim – 64,3 Prozent stimmten für den Rathauschef, seine Gegenkandidatin Karin Kamleiter von der CSU erreichte 35,7 Prozent. Die Wahlbeteiligung stieg noch einmal leicht auf 59 Prozent.

Stichwahl: Seidl will intensiv mit den Grünen zusammenarbeiten

„Danke, danke, danke“ sagte der Bürgermeister quasi an die Puchheimer in einer ersten Reaktion gegenüber dem Tagblatt. Offenbar sei seine bisherige Arbeit so schlecht nicht gewesen und offenbar traue man ihm auch zu, in schwierigerem Fahrwasser an der Spitze der Stadt zu bleiben. Die Gegenkandidatin wollte er möglicherweise selber noch telefonisch trösten, sagte ihr aber auch nach, dass sie zu wenige inhaltliche Positionen bezogen habe. Ein Konkurrent wie CSU-Fraktionschef Thomas Hofschuster wäre ihm wahrscheinlich gefährlicher geworden, streute Seidl Salz in die Wunden bei der Union.

Noch am Wiederwahlabend kündigte er an, eine intensivere Zusammenarbeit mit den Grünen anzustreben – und dies nicht, weil sie eine Wahlempfehlung zu seinen Gunsten abgegeben hatten. Die Grünen verfolgten die wichtigen Themen der Zeit, bei der Puchheimer CSU wisse man dagegen nicht, wo sie stehe.

Stichwahl: Kamleiter hat sich Chancen ausgerechnet

Kamleiter sprach von einer absehbaren Bestätigung des Bürgermeisters, zumal er von der neuerdings zweitstärksten Partei unterstützt worden sei. Aussichtslos sei das Rennen aber nicht gewesen: „So ein Wahlkampf wäre zu anstrengend, wenn man sich überhaupt keine Chancen ausrechnet.“

Sie freute sich schließlich über einen Zugewinn von rund 15 Prozentpunkten gegenüber dem ersten Wahlgang und will für das Amt des Zweiten Bürgermeisters kandidieren. Dafür brauche sie 16 Stimmen im Stadtrat, hatte zuvor schon Seidl gerechnet. Aber es sei nicht sicher, ob alle acht Parteifreunde für sie stimmten, sagt er.

Kommentar: Schwierige Schlüsse

Alles andere als die Wiederwahl von Norbert Seidl von der SPD wäre nach dem Ergebnis vor zwei Wochen eine Sensation gewesen. Aber bei der CSU wird man aus den eigenen 35 Prozent eigentlich wenig schließen können: Wäre jetzt mehr drin gewesen mit einem anderen Kandidaten? Oder ist es doch ein Erfolg, deutlich jenseits der absoluten Schmerzgrenze gelandet zu sein? Der für heutige SPD-Verhältnisse strahlende Gewinner hingegen wird trotz seines Kantersiegs wohl kaum abheben. In solchen Zeiten sowieso nicht. Diese Aufgabe war lösbar. Schwierigere stehen bevor.

von Olf Paschen

Mehr zu den Stichwahlen finden Sie auf unserem Ticker.

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