Coronavirus: Eklat im Quarantäne-Heim (Symbolbild)
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Coronavirus: Eklat im Quarantäne-Heim (Symbolbild)

Asylbewerber werfen mit Essen um sich

„Verhalten völlig inakzeptabel“: Eklat im Quarantäne-Heim für Flüchtlinge

  • Kathrin Böhmer
    vonKathrin Böhmer
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In der Quarantäne-Unterkunft für Asylbewerber in Puchheim ist es am Montagabend zu einem Eklat gekommen. Flüchtlinge warfen mit Essen um sich.

  • In einer Quarantäne-Unterkunft für Asylbewerber in Puchheim ist es zu einem Eklat gekommen. 
  • Bei der Essensausgabe kam es zum Streit mit den Bewohnern. 
  • Aufgrund der Quarantäne bekommen die Asylbewerber kein Geld zum Einkaufen mehr, sondern, das Essen wird geliefert. Dabei soll die Lage eskaliert sein.
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Puchheim – Um die 20 Bewohner sind dort untergebracht. Weil sie andere mit dem Coronavirus anstecken könnten, dürfen sie das Gebäude nicht verlassen. Die Flüchtlinge bekommen kein Geld zum Einkaufen mehr, sondern Essen vor die Haustür geliefert.

Offensichtlich ist das Verständnis dafür bei einer Gruppe nicht vorhanden: Sie hat die Essensausgabe rabiat verhindert. Die Polizei musste einschreiten. Die Lebensmittel wurden auf dem Grundstück abgestellt, um zu deeskalieren. Als sich Polizisten und Mitarbeiter des Landratsamtes entfernten, flogen sämtliche angelieferten Äpfel, Brot und Milch über den Zaun.

Corona-Quarantäne: Nach Eklat im Asylbewerberunterkunft - deutliche Worte vom Landrat

Zuständig für die Unterkunft ist das Landratsamt. Landrat Thomas Karmasin: „Das Verhalten der Störer ist völlig inakzeptabel und wird konsequent verfolgt werden.“ Die Quarantäne sei vom Gesundheitsamt angeordnet. Verstöße dagegen seien kein Kavaliersdelikt.

Die Mitarbeiter im Landratsamt würden unter Hochdruck arbeiten, um bei Verdachtsfällen schnellstmöglich Testergebnisse zu erhalten. Durch die Ermittlung von Kontaktpersonen soll zudem sichergestellt werden, dass wirklich nur diejenigen in Quarantäne kommen, bei denen es unerlässlich ist.

Corona-Quarantäne für Asylbewerber: Streit bei der Essensausgabe

Man sei bemüht, kurzfristig Unterkünfte zu organisieren und Verpflegung bereitzustellen. „Ich erwarte eigentlich, dass diese Form der Gastfreundschaft entsprechend wertgeschätzt wird,“ sagt Karmasin. In der Nachbargemeinde Gröbenzell sei eine vergleichbare Lieferung völlig anstandslos akzeptiert worden. Auch hier wurde eine Quarantäne-Unterkunft für mit Covid-19 infizierte Zuwanderer eingerichtet.

Puchheims Bürgermeister Norbert Seidl stimmt zu, was den Umgang mit Lebensmitteln angeht – und den Respekt gegenüber dem, der sie bringt. „Ich bin entsetzt, das geht nicht. Egal, ob man frustriert ist oder krank oder sonst was.“ Allerdings übt er auch scharfe Kritik.

Coronavirus: Kritik an der Organisation im Quarantäne-Heim

Die Bewohner seien aus der völlig überfüllten Unterkunft an der Siemensstraße und von sonst woher nach Puchhheim-Ort verlegt worden. „Ohne ausreichende Kommunikation“, erklärt Seidl. „Jeden Tag scheint die Sonne und sie dürfen einfach nicht mehr heraus. Wie soll man das verstehen?“ Normalerweise springen an dieser Stelle die Asylhelfer als Vermittler ein – doch die dürfen nicht mehr zu den Bewohnern wegen der Ansteckungsgefahr.

Und das sei der Knackpunkt. Seit 2015 schaffe das Landratsamt zwar die Rahmenbedingungen. Sprich: Die Asylbewerber bekommen eine Unterkunft. Aber die Betreuung werde der Kommune überlassen. Und wenn dann die Asylhelfer als Brückenbauer und Dolmetscher wegfallen, bricht das System quasi zusammen. „Da muss das Landratsamt nachrüsten mit Man-Power.“ Seidl will auch noch nachlegen: mit einem offenem Brief.

An die Empfehlung von mindestens zwei Metern Sicherheitsabstand können sich Geflüchtete in Massenunterkünften wegen ihrer Lebensumstände überhaupt nicht halten. Das Robert-Koch-Institut schlägt deshalb Alarm und gibt dringende Empfehlungen.

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