Puchheim ist  bald fahrradfreundlich.
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Puchheim ist bald fahrradfreundlich.

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Puchheim darf sich fahrradtauglich nennen

Die Stadt darf sich demnächst offiziell „fahrradfreundliche Kommune“ nennen. Nach einer Besichtigungsfahrt durch Puchheim-Bahnhof entschied eine Bewertungskommission, dass der Stadt trotz einzelner Mängel das Prädikat zusteht.

Puchheim – Die Auszeichnung wird Ende Januar verliehen. Bisher sind 26 bayerische Städte und Gemeinden als fahrradfreundlich anerkannt.

Bei ihrem ganztägigen Besuch hatten sich die Vertreter von Fahrradclub ADFC, der Arbeitsgemeinschaft Fahrradfreundlicher Kommunen (AGFK) und des bayerischen Verkehrsministeriums zunächst von der Verwaltung informieren lassen. Dann machten sie sich auf (von der Stadt gestellten) Rädern ein eigenes Bild.

Ein Pulk von rund 20 Radlern besichtigte Fahrradständer, -straßen und -wege und wurde nicht einmal angehupt, was andernorts schon vorgekommen sein soll. Allerdings wurden die besonders verkehrsreichen Straßen nur gestreift (Lochhauser Straße) oder ganz ausgelassen (Lagerstraße). Bei dem Kaiserwetter am Donnerstag habe man sich „in den besten Farben“ präsentieren können, sagte Vize-Bürgermeister Manfred Sengl. Die Juroren versicherten jedoch, auch schon bei Schneeregen unterwegs gewesen zu sein und sich ihr Urteil nicht durch das Wetter trüben zu lassen.

Für die gute inoffizielle Gesamtnote – von einer Zwei minus sprach die AGFK-Vertreterin – sorgten unter anderem das hohe Engagement der Verwaltung für Radler-Belange, eine offensive Öffentlichkeitsarbeit und Extras wie Lastenrad-Verleih und Senioren-Riksha. Als positiv wurde zudem die realistische Selbsteinschätzung gewertet: Puchheim sei klar, dass es für viele Vorhaben einen langen Atem brauche.

Noch Verbesserungsbedarf sehen die Experten beim Angebot von Fahrradständern und bei der Sichtbarmachung des Radlverkehrs durch Markierungen und Schilder. Auch sollte die örtliche Wirtschaft, insbesondere der Einzelhandel, von der Stadt mehr für die Belange der Unmotorisierten sensibilisiert werden.

Der fünfköpfige Bewertungskommission gehörten auch die beiden örtlichen Landtagsabgeordneten Hans Friedl und Benjamin Miskowitsch an. Friedl aus der Nachbargemeinde Alling sprach von einem interessanten Tag, an dem er viel von Puchheim habe kennenlernen dürfen und verkündete schließlich das einstimmige Ergebnis: Puchheim ist also fahrradfreundlich und bleibt das auch bis zu einer weiteren Bereisung in sieben Jahren. Mit der Auszeichnung ist eine (zweckgebundene) Prämie des Freistaats in Höhe von 5500 Euro verbunden, für die sich andere Kommunen beispielsweise eine Fahrrad-Dauerzählstelle angeschafft haben. Den neuen Preisträgern wird die Auszeichnung von Verkehrsministerin Kerstin Schreyer übergeben. OLF PASCHEN

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