Im Einsatz als Nikolaus: Alois Brandmeier liest Kindergartenkindern seine Gedichte vor.
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Im Einsatz als Nikolaus: Alois Brandmeier liest Kindergartenkindern seine Gedichte vor.

Er bringt einen Gedichtband heraus

Der Dichter von der Feuerwehr: Als Nikolaus kam Alois Brandmeier zur Lyrik

Alois Brandmeier hat es mit der Farbe Rot: Man kennt ihn als Ehrenkommandanten der Feuerwehr Puchheim-Ort und als Nikolaus. So kam es, dass er anfing, Gedichte zu verfassen.

Puchheim-Ort – Zu seiner aktiven Zeit bei der Feuerwehr in Puchheim-Ort wollte Alois Brandmeier die Weihnachtsfeiern festlicher gestalten. „Ich wollte nicht nur zusammen essen und trinken, sondern mehr weihnachtliche Tradition einbringen.“ Und so kam eines zum anderen: „Also haben jedes Jahr die Kinder der Kollegen Lieder gesungen, und dann hab ich eben auch ein Gedicht dazu gemacht und vorgetragen.“ Es wurde zur Tradition. Auf diesem Wege begann der Kommandant mit dem Schreiben von Gedichten.

Sein Geld verdiente der heute 75-Jährige als Elektromeister. Er wurde zu vielen Veranstaltungen wie Geburtstagsfeiern eingeladen. Bei solchen Gelegenheiten trug er wiederum seine Gedichte vor. So konnte er seine Fertigkeiten fördern.

Im Ruhestand baut er eine Orgel

Selbst gebaute Orgel: Das Ehepaar Brandmeier mit seinem Bekannten bei einem Auftritt.

Nach über 40 Jahren ehrenamtlicher Arbeit bei der Feuerwehr – 18 davon als Kommandant – kam der Ruhestand. Brandmeier entdeckte eine andere Leidenschaft: In Eigenregie baute er eine funktionierende Orgel. Mit seiner Ehefrau und einem Bekannten begann er, Texte zur Melodie zu dichten. Und auch diese wollten vorgetragen werden.

Gelegenheiten dazu hatte der Rentner bei seinen Auftritten als Nikolaus im Germeringer Kindergarten „Don Bosco“. Bei gutem Wetter fanden diese in einem nahegelegen Wald statt. „Einmal habe ich auf dem Rückweg meine Mütze und meinen Bart verloren. Zum Glück haben die Kinder das nicht mitbekommen.“ Mittlerweile ist ihm das allerdings zu viel. „Vor allem bei schlechtem Wetter war es zunehmend anstrengend, der Bart hat gekratzt, und der Nikolausmantel war zu dünn.“ Vor drei Jahren hängte er den roten Mantel an den Nagel.

Die Tochter bringt ihn auf die Idee mit dem Gedichtband

Nun ging in seinem Bekanntenkreis aber eine Frage um: Was soll denn mit den Gedichten geschehen? Die Tochter des 75-Jährigen hatte die Antwort: ein Heft mit den gesammelten Werken.

Brandmeier ließ bereits im vergangenen Jahr rund 150 Exemplare drucken. Diese wollte er beim Christkindlmarkt in Puchheim-Ort verkaufen. Allerdings wurden die Hefte wegen eines Fehldrucks nicht rechtzeitig fertig. Also wollte er sie in diesem Jahr unter die Leute bringen – und dann kam die Corona-Pandemie. Trotzdem würde Brandmeier sich freuen, wenn seine Gedichte die Menschen erfreuen – selbst wenn er nicht mehr dabei ist.

Das Gedicht „De staade Zeit“

Brandmeier mit seinem Gedichtband.

Im Woid is so staad koa Wind waht, Reh, ma hert’s kamm frisst unter am Bamm. D’Vogerl pfeifa nimma so vui, de ham für de staade Zeit aa a G’fui. S’Oachkatzl legt se an Vorrat o, und hupft in de Bamm nimmer so. Da Hos kratzt se hinter seine langa Ohr’n, olle Viecha san jetzt ruhiga worn. Nur d’Menschen konnst no hern, de derfat’n jetzt aa ruhiger wern.

Das Heft enthält 14 bayerische Weihnachtsgedichte und soll fünf Euro kosten. Kontakt per E-Mail an aloisbrandmeier@freenet.de.

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Paul Burgmeier

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