Alle Mails und Anrufe halfen nichts Julia Davari wird von Eon wegen eines Stromzählers belästigt, der ihr nicht gehört.
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Alle Mails und Anrufe halfen nichts: Julia Davari wird von Eon wegen eines Stromzählers belästigt, der ihr nicht gehört.

Für eine Wohnung in Weilheim

Eon-Kundin soll Stromkosten einer anderen Wohnung bezahlen

  • Franziska Florian
    vonFranziska Florian
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Julia Davari aus Puchheim-Ort ist Eigentümerin einer Wohnung in Weilheim. Die Wohnung steht leer, weil sie renoviert wird. Und doch soll die Eigentümerin jetzt 700 Euro Stromkosten nachzahlen. Grund dafür: Der Stromanbieter Eon hält den Zähler einer anderen Wohnung im Gebäude ebenfalls für Davaris Eigentum.

Puchheim-Ort/Weilheim – Julia Davari weiß nicht mehr weiter. „Ich bin in einer Endlosschleife gefangen“, sagt sie. Sie bekommt regelmäßig Briefe und E-Mails vom Stromanbieter Eon, mit der Aufforderung sie möge doch bitte für die Wohnung Nummer 8 in der Schützenstraße 26 in Weilheim die Stromkosten von über 700 Euro begleichen. Dabei gehört ihr diese Wohnung gar nicht. „Mir gehört nur die Wohnung Nummer 41 im selben Gebäude“, erklärt sie.

Doch wie kam es überhaupt dazu, dass Julia Davari der Stromzähler von Wohnung Nummer 8 angerechnet wird? Davaris Eigentumswohnung – die mit der Nummer 41 – steht seit längerer Zeit wegen Renovierungsarbeiten leer. Deshalb zahlt sie monatlich 13 Euro Grundgebühr an Eon. Im Mai 2020 gab es in der anderen Wohnung einen Mieterwechsel. Die Zähler der Wohnungen ähneln sich in der Endnummer, was offenbar bei Eon für Durcheinander sorgte. Davaris Zähler hat die Endnummer 501, der andere 511.

Jede Woche kam ein Brief von Eon

Im Juni vergangenen Jahres bekam sie die erste Mail von Eon. Darin heißt es: „Seit dem 2. Mai 2020 haben wir für die oben genannte Zählernummer (die mit 511 am Ende, Anm. d. Red.) keinen Ansprechpartner für die Belieferung mit Strom.“ Als örtlicher Grundversorger sei Eon dazu verpflichtet, die Kunden zu recherchieren. „Wir hoffen, dass Sie uns dabei unterstützen! Bitte nennen Sie uns den aktuellen Mieter oder den Eigentümer zu der oben genannten Zählernummer, an den wir uns zur Klärung der Energielieferung direkt wenden können“, so der Wortlaut der Mail.

Davari antwortete, dass Sie mit der genannten Zählernummer nichts zu tun habe. „Außerdem kann ich ja nicht einfach im Haus rumschleichen und schauen, wer da wohnt. Das geht doch datenschutzrechtlich gar nicht.“ Also war das Thema für sie erledigt. Zumindest, bis im November 2020 eine weitere Rechnung kam. Erneut schilderte sie den Sachverhalt und dass ihr nur der Zähler mit der 501 sowie das dazugehörige Vertragskonto gehören.

„Seitdem bekomme ich jede Woche Post, obwohl ich schon angerufen und gekündigt habe“, sagt Davari, die selbst in Puchheim-Ort lebt. Ihr Stiefvater, der unmittelbar in der Nähe des Hauses in Weilheim wohnt, habe sogar Fotos von den Zählern als Beweis gemacht. „Ich war schon ganz verrückt und wusste gar nicht mehr, was mein Zähler ist und was nicht“, erzählt sie. Doch sicher ist: Ihr gehört nur der Zähler mit der Endziffer 501, der zur Wohnung Nummer 41 gehört.

Angeblich wurde der Fehler behoben

Immer wieder erklärte Davari gegenüber Eon, dass sie mit Wohnung Nummer 8 nichts zu tun habe. Immer wieder hieß es, das Problem werde behoben. Doch es trudelten weiterhin Mails und Briefe bei ihr ein. Kürzlich schickte Eon ein Entschuldigungsschreiben. Darin stand, dass der Fehler nun behoben sei. „Keine 48 Stunden später bekam ich wieder eine Mail mit der Aufforderung, den Eigentümer zu nennen.“

Sollte sie das nicht tun, „gehen wir davon aus, dass Sie unser Vertragspartner für die oben genannte Verbrauchsstelle sind. Sie erhalten dann eine Vertragsbestätigung von uns“, steht in der E-Mail. Wieso der Stromanbieter nicht bei der Hausverwaltung nach dem Eigentümer oder neuen Mieter fragt, erschließt sich Davari nicht. Auf Nachfrage bei Eon heißt es, dass aus datenschutzrechtlichen Gründen keine Auskunft erteilt werden könne, solange kein Einverständnis der Kundin vorliege. Nachdem Davari bestätigt, dass sie damit einverstanden ist, erklärt ein Sprecher gegenüber dieser Zeitung: „Aufgrund eines Bearbeitungsfehlers kam es bei dem vorliegenden Sachverhalt bei unserer Kundin zu einer nicht korrekten Zählerzuordnung – das tut uns leid.“

Die betroffenen Vertragskonten, die zwischenzeitlich unter Davaris Namen für den Zähler 511 angelegt wurden, seien storniert worden. Es seien damit keine Zahlungen mehr für die Wohnungseigentümerin offen. Um Julia Davari etwas zu entschädigen, will ihr Eon für das korrekte Vertragskonto acht Abschläge – von Februar bis September 2021 – in Höhe von 13 Euro gutschreiben. Ganz zuversichtlich ist Davari noch nicht. Immerhin hieß es schon einmal, der Fehler sei behoben.

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