Pause auf dem Parkplatz: (v.l.) Wirtschaftsreferent Hans Knürr, Buchhändlerin Nicola Bräunling, Wirtschaftsförderin Sonja Weinbuch und Claudia Möller.  Foto: weber
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Pause auf dem Parkplatz: (v.l.) Wirtschaftsreferent Hans Knürr, Buchhändlerin Nicola Bräunling, Wirtschaftsförderin Sonja Weinbuch und Claudia Möller.

Puchheim

Flanierträume am Parkplatz-Tag

Was kann man auf einem Parkplatz noch anderes tun als parken? Zum Beispiel sitzen und ratschen, wie gestern die Stadt Puchheim beim diesjährigen „Parking-Day“ demonstrierte. Drei Stellplätze an der Lochhauser Straße wurden für einen halben Tag zweckentfremdet.

Puchheim – Überwältigend war das Interesse der Passanten zumindest während des Tagblatt-Besuchs am Vormittag nicht. Einige Besucher zuvor hatten die Gelegenheit zur Bürgersprechstunde genutzt, wenn man schon mal den Rathaus-Chef da hatte. Ob das hier einem guten Zweck zugute komme, was man hier machen müsse, ob das was koste, wollte eine schiebende Radlerin wissen. Und als Bürgermeister Norbert Seidl sie nach kurzer Erläuterung zum Glücksrad schickte, um möglicherweise eine „Puchheim hat’s“-Stofftasche zu gewinnen, warnte im Scherz ihr Mann: „Die wollen nur ihre Taschen loswerden.“

Einkaufshilfen und jede Menge Info-Material an Mann und Frau zu bringen, war aber nicht die eigentliche Absicht. Die symbolische Parkplatz-Besetzung sollte zeigen, wie anders man öffentlichen Straßenraum nutzen könnte. Einen Tisch und zwei Bänke in den Feinstaub zu stellen, während eine Armlänge weiter sich der Verkehr auf der Lochhauser Straße keineswegs stören lässt, ist dabei nur eine Möglichkeit. Man könnte an dieser Stelle weit mehr Abstellmöglichkeiten für Fahrräder schaffen oder auch einen Baum pflanzen.

Seidl hielt die stundenweise „Rückeroberung“ von ein paar Metern öffentlichem Raum aber auch für eine gute Demonstration, wie es nach der grundsätzlich bereits beschlossenen Konversion der Lochhauser Straße dort aussehen könnte. Wenngleich er seine persönliche „Traumvorstellung“ wohl nicht mehr erleben werde: Zwei Parkhäuser am Bahnhof und auf AEZ-Höhe, dazwischen ein halber Kilometer zum Flanieren, Skaten, Sitzen und Schauen.

Und zum Einkaufen. Vorübergehend möbliert waren ausgerechnet die Parkplätze direkt vor der Buchhandlung. „Wir lassen das jetzt so,“ meinte deren Inhaberin Nicola Bräunling bei einem Kaffe vor der Tür. Zwar hat auch sie nicht nur Laufkundschaft, sondern eben auch fahrende Kunden. Aber wenn es der Aufenthaltsqualität diene, könne man durchaus ein paar Parkplätze umwandeln. Denn entscheidend für die Attraktivität ihrer Straße sei nicht das Parkplatz-, sondern das Einzelhandelsangebot.

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