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Nach dem Beben in Poing

Geothermie: Grüne fordern Boden-Test

Vor einer ersten Erkundungsbohrung in Puchheim soll das Risiko für die geplante Erdwärmeförderung erneut bewertet werden. Die Grünen wollen eine 3-D-Seismik des Untergrunds beantragen, aus der sich unter Umständen erkennen ließe, ob es in dem Kalkgestein in der Tiefe schon einmal zu Verwerfungen gekommen ist.

Puchheim – Eine solche Simulation sei heute Stand der Technik, berichtete jetzt Stadtrats-Umweltreferent Manfred Sengl (Grüne) von einer großen Informationsveranstaltung in Poing (Kreis Ebersberg), wo im September ein stärkeres Mikrobeben verzeichnet wurde. Auch Stadträte der ubp sowie Geothermie-Skeptiker aus der Umgebung der geplanten Bohrstelle in der Nähe des Ikarus-Parks hatten sich in Poing kundig gemacht.

Bei der dreidimensionalen Seismik werden in der Regel über Vibratoren Schallwellen erzeugt. Deren Echo aus den verschiedenen Gesteinsschichten wird aufgefangen und ausgewertet. Diese Technik gilt als wesentlich aufschlussreicher als das gewöhnliche 2-D-Modell, wie es vor Jahren auch schon in Puchheim angefertigt wurde. Erkennen ließe sich so möglicherweise auch, ob es alte Risse im Gestein gibt, die durch Kalk verschlossen sind. Das bei der Erdwärmeförderung wieder zurückgeführte Wasser ist kalkärmer als das heraufgepumpte und könnte den Kalk-Kitt auswaschen. Gewöhnlich passiert so etwas allerdings im ersten Betriebsjahr, nicht erst nach Jahren wie in Poing.

In dem Ort im Landkreis Ebersberg sind die Bayernwerke Natur Betreiber der Anlage. Sie hatten eine Geophysikerin mit der Ursachenforschung beauftragt. Nach deren Gutachten – das keinen direkten Zusammenhang zwischen Förderung und Erderschütterung nachweisen konnte – wurde die kurzzeitig abgeschaltete Anlage wieder in Betrieb genommen. Das Unternehmen finanziert außerdem einen Bausachverständigen, der Hausschäden auf Wunsch untersucht. Nach Manfred Sengls Eindruck ist damit aber nicht gesagt, dass die Bayernwerke auch die Haftung übernehmen. Wegen der insgesamt geringen Schäden wäre aber eine Kulanzlösung denkbar – ohne Anerkennung einer Verantwortung.

Von Olf Paschen

Rubriklistenbild: © dpa

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