Firmenschild der Greensill Bank in Bremen.
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Firmenschild der Greensill Bank in Bremen.

Finanzdebakel

Puchheim verbündet sich mit 25 Kommunen - gemeinsam gegen Pleite-Bank

  • Kathrin Böhmer
    vonKathrin Böhmer
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Der Stadt Puchheim droht der Verlust von zwei Millionen Euro, die bei der von der Pleite bedrohten Greensill-Bank angelegt wurden. Nun will sich Puchheim mit 25 anderen betroffenen Kommunen zusammenschließen, um die Chancen zu erhöhen, rechtliche Ansprüche geltend zu machen.

Puchheim - Wie die Stadt mitteilt, könne man im Gegenzug zu privaten Anlegern nicht auf die so genannte Einlagensicherung bauen und im schlimmsten Fall sogar leer ausgehen. Die insgesamt 26 Kommunen, die der Bremer Bank mit australischer Muttergesellschaft Gesamteinlagen in Höhe von 255 Millionen Euro anvertraut hatten, tauschten sich am vergangenen Montag aus. Sie planen, sich juristisch gemeinsam für das eingeleitete Insolvenzverfahren aufzustellen. Das bedeutet: Durch den Zusammenschluss erhofft man sich, zumindest noch Teile der Anlagen aus der vorhandenen Insolvenzmasse zurückzuerhalten. Darüber hinaus sollen Haftungsansprüche gemeinschaftlich geprüft werden.

Allen aus diesem Bündnis ist laut Stadt gemein, dass sie ihr angelegtes Geld noch bis in das laufende Jahr hinein als sicher ansehen mussten. Teils sei ihnen von unterschiedlichen Finanzdienstleistern sogar zu der Anlage geraten worden. Bis zum Schluss sei Greensill gut bewertet gewesen. Von den wohl bereits seit Monaten laufenden Untersuchungen der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) habe man zu spät erfahren. Und dann gleich die Schocknachricht: Die Bafin legte die Geschäfte der Bank am 3. März wegen drohender Überschuldung auf Eis. Laut Stadt wurde am vergangenen Montag ein Insolvenzantrag gestellt.

Währenddessen brodelt es in der lokalpolitischen Szene: Die FDP fordert einen Untersuchungsausschuss. Die CSU moniert klare Verfehlungen: Die Anlage bei der Bank habe gegen die vom Stadtrat verabschiedeten Richtlinien verstoßen.  

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