Einer der ersten Entwürfe: Lediglich das rückliegende Hauptgebäude (ganz in Weiß) am Alois-Harbeck-Platz bleibt laut dieser Planung erhalten. Visualisierung: POTT ARCHITEKTEN INGENIEURE

Puchheim

Grünes Licht für Umbau am Harbeck-Platz

Als bekannt wurde, dass der Alois-Harbeck-Platz in Puchheim großflächig umgestaltet werden soll, war der Aufschrei groß – vor allem unter den gekündigten Geschäftsleuten. Der Sturm hat sich gelegt. Nun wurden die Pläne erstmals öffentlich im Planungsausschuss diskutiert – und für gut befunden.

Puchheim – Mehrfach wurde das Konzept schon hinter verschlossenen Türen beraten, es gibt bereits einen städtebaulichen Vertrag zwischen Stadt und Eigentümerin, aber erst vor wenigen Tagen hat sich der Planungsausschuss des Stadtrats erstmals öffentlich mit dem Umbau des Alois-Harbeck-Platzes beschäftigt. Der Ausschuss beschloss einstimmig einen Bebauungsplan, der im Wesentlichen den Vorstellungen der Immobiliengesellschaft Harbeck & Stieber folgt. Nur bei der Anordnung der Parkplätze, insbesondere für den neuen Supermarkt, sehen die Stadträte noch Nachbesserungsbedarf. Auch die Gestaltung der (wenigen) Grünflächen soll noch überarbeitet werden.

Alois-Harbeck-Platz: Vollsortimenter ersetzt Ladenzeile

Noch vor wenigen Monaten war es das Aufreger-Thema in Puchheim, jetzt folgten nur noch rund 20 Zuhörer der relativ kurzen Diskussion im Ausschuss. Nachdem fast allen Ladengeschäften und einem Teil der Wohnungsmieter gekündigt worden war, hatte das Unternehmen aber selbst schon seine Pläne publik gemacht. Die Ladenzeile an der Allinger Straße wird durch einen Vollsortimenter mit 1200 Quadratmetern Verkaufsfläche ersetzt, Richtung Bahnhof ensteht ein fünfgeschossiges „Aparthotel“, eine Unterkunft ohne gastronomische Versorgung, aber für längere Aufenthalte geeignet. Neben dem Beherbungsbetrieb ist eine Fläche für Gastronomie freigehalten. Zwei der drei Wohnhäuser werden abgebrochen und ersetzt. Das vordere, an der Josefstraße, soll im Parterre Gewerbe beheimaten und das begrünte Dach des Supermarktes mitnutzen können. Dieser siebengeschossige Bau wird nur drei Meter niedriger sein als der gegenüberliegende Kirchturm.

Alois-Harbeck-Platz: Weitere Tiefgarage

Bis auf die der Einkaufenden sollen alle Fahrzeuge in einer weiteren Tiefgarage abgestellt werden. Der bisherige, rückwärtige Parkplatz nahe der Bahngleise entfällt. Abgesehen von einer Zufahrtsmöglichkeit für Lieferanten soll der gesamte Verkehr über die Josefstraße abgewickelt werden. Das Reststück der Allinger Straße bis zum Bahnhof würde im Idealfall ein verkehrsberuhigter Geschäftsbereich. Hier liegen die Vorstellungen von Stadt und Harbeck aber noch auseinander. Die Planer der Gesellschaft entwarfen beispielsweise zwei, durch einen Grünstreifen getrennte, Parkreihen vor dem Supermarkt. Die Stadt wünscht sich dagegen einen Eingangsbereich mit mehr Aufenthaltsqualität.

Alois-Harbeck-Platz: Kinderspielplatz vorgesehen

Hinter dem größten Wohngebäude, das saniert, aber nicht abgerissen wird, ist ein Kinderspielplatz vorgesehen, eventuell auch ein Blockheizkraftwerk. Um den höher gelegenen Platz leichter barrierefrei zu erreichen, soll es am Supermarkt einen Aufzug geben, der jederzeit öffentlich nutzbar ist.

Ein Teil der Josefstraße, die der Stadt gehört, soll gegen eine Fläche getauscht werden, die für eine mögliche, künftige Bahnquerung gebraucht werden könnte. Im städtebaulichen Grundlagenvertrag verpflichtet sich Harbeck zur Übernahme sämtlicher Planungskosten. Außerdem wird der Stadt ein Belegungsrecht für einige der neu entstehenden Wohnungen eingeräumt.

Der Alois-Harbeck-Platz wurde ab dem Jahr 1972 bebaut und hat sich seit dieser Zeit kaum verändert. Anders als es viele der bisherigen Geschäftsinhaber empfinden, hielt die Stadt das Gelände zuletzt für optisch wenig ansprechend, unbelebt und dringend aufwertungsbedürftig. Schließlich wurde es in das Sanierungsgebiet Planie mit aufgenommen. (Olf Paschen)

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