1. Startseite
  2. Lokales
  3. Fürstenfeldbruck
  4. Puchheim

Auf 5000 Quadratmetern: Hunde bekommen eigenen Spielplatz

Kommentare

Wo einst Geothermie gefördert werden sollte, dürfen bald Hunde nach Herzenslust herumtollen – umgeben von einer Benjeshecke. Die Hundesteuer wird wegen des Platzes nicht steigen. Norbert Seidl, Bürgermeister
Wo einst Geothermie gefördert werden sollte, dürfen bald Hunde nach Herzenslust herumtollen – umgeben von einer Benjeshecke. Die Hundesteuer wird wegen des Platzes nicht steigen. Norbert Seidl, Bürgermeister © Gehre

Gute Nachrichten für Hunde – und ihre Besitzer: In Puchheim entsteht derzeit ein Spielplatz nur für Hunde. Auf einer 5000 Quadratmeter großen Fläche können sich die Vierbeiner dann nach Herzenslust austoben. Mit dem Bau will die Stadt auch etwas für die Umwelt tun.

Puchheim – Frei laufende Hunde sorgen immer wieder für Unmut. Manche haben Angst vor den Vierbeinern, andere sorgen sich um Wildtiere. Hundebesitzer wiederum argumentieren damit, dass ihr Liebling seinen Auslauf braucht. Die Stadt Puchheim will dieses Dilemma jetzt auflösen – und baut am Laurenzerweg einen Spielplatz nur für Hunde.

(Übrigens: Alles aus der Region gibt‘s jetzt auch in unserem regelmäßigen FFB-Newsletter.)

Die ersten Umrisse der Zamperl-Attraktion sind bereits sichtbar. Auf dem Feld, wo sich die Puchheimer bisher ihre Erdbeeren pflücken konnten, ragen schon Holzpflöcke in die Höhe. Daraus wird allerdings kein Zaun. Der wäre im Außenbereich nicht erlaubt. Damit die Hunde nicht einfach in alle Himmelsrichtungen davonstürmen, baut die Stadt eine so genannte Benjeshecke. Dabei werden zwischen zwischen zwei Reihen von Pflöcken dünne Äste und anderes Schnittgut aufgehäuft. In dem Totholz siedeln sich dann auf natürliche Weise weitere Pflanzen an. Die Hecke bietet etwa Spinnen, Käfern und unzähligen anderen Kleintieren einen Lebensraum. „Wenn wir die Fläche schon nutzen, dann werten wir sie gleich ökologisch auf“, sagt Bürgermeister Norbert Seidl.

Ansonsten wird auf dem Areal wohl nicht mehr viel gemacht. Ein Bankerl für Hundebesitzer und Passanten, ein paar Baumstämme und eine Info-Tafel – das war’s. Entsprechend niedrig ist die Belastung für die Stadtkasse. Rathaus-Chef Seidl rechnet mit Kosten von um die 6000 Euro.

Willkommen ist auf dem Areal jeder der 850 in Puchheim registrierten Hunde. Auch Vier- und Zweibeiner von außerhalb werden nicht abgewiesen.

Mit dem Hundeplatz will die Puchheimer Stadtverwaltung auch den Bauern entgegenkommen. Immer wieder beklagen die Landwirte, dass Hunde und Halter querfeldein über die Felder marschieren. Dort bleiben dann auch immer wieder die Hinterlassenschaften der treuen Begleiter liegen.

„Mit dem Hundeplatz wollen wir das ein bisschen kanalisieren“, sagt Seidl. Er hofft, dass nach Fertigstellung weniger Hunde in Feld und Flur unterwegs sind.

Die Initiative für den Hundeplatz ging übrigens von der SPD-Fraktion im Puchheimer Stadtrat aus. Diese hatte die Idee bereits 2019 auf die Agenda gesetzt. Später wurde eine Machbarkeitsstudie erstellt um einen geeigneten Standort zu finden.

Fündig wurde man schließlich auf Flurnummer 476 – einem Grundstück im Besitz der Stadt. Dort war einst angedacht, Wärme aus der Tiefe herauf zu fördern. Doch das Geothermie-Projekt scheiterte vor einigen Jahren in einem Bürgerentscheid am Unwillen der Puchheimer Bevölkerung.

Wann genau die ersten Zamperl über ihren Spielplatz tollen dürfen, ist noch nicht ganz klar. Im Lauf des nächsten Jahres soll es aber soweit sein. Fest steht schon jetzt: Der Hundeplatz wird eine Attraktion für alle Puchheimer, liegt er doch genau zwischen den beiden Stadtteilen Bahnhof und Ort. Und Bürgermeister Norbert Seidl gibt jetzt bereits ein Versprechen ab. „Die Hundesteuer wird wegen des Platzes nicht steigen.“

Noch mehr aktuelle Nachrichten aus dem Landkreis Fürstenfeldbruck finden Sie auf Merkur.de/Fürstenfeldbruck.

Auch interessant

Kommentare

Teilen