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In Puchheimer Labors und Werkstätten werden High-Tech-Geräte für die ganze Welt hergestellt.

Photoelektronische Industrie

In Puchheim ist Spitzentechnologie zuhause

Puchheim ist die Heimat der Laser und des Lichts. Fast ein Dutzend Firmen der photoelektronischen Industrie haben sich dort angesiedelt. Bei der Stadt ist man stolz, ein solches Kompetenzzentrum am Ort zu haben.

Puchheim – Der Begriff „Hidden Champions“ scheint für die photoelektronischen Betriebe in Puchheim wie erfunden zu sein: Gleich eine ganze Reihe von Firmen mit brancheninternem Weltruf haben hier ihre Labors und Betriebsgebäude. Bei Otto-Normalverbrauchern sind diese Unternehmen aber praktisch unbekannt.

Dabei begegnet man der Photoelektronik im Alltag praktisch an allen Ecken und Enden – allerdings meist in größeren Anlagen und Maschinen verbaut und damit quasi unsichtbar. Beim Druck von Verfallsdaten auf Lebensmittelverpackungen kommt ebenso ein Laser zum Einsatz wie bei Augen-Operationen oder beim Schweißen von Autotüren.

„Die Anwendungsbreite der sogenannten Scan-Systeme ist beeindruckend“, sagt Eva Jubitz, Unternehmenssprecherin bei Scanlab. Die Firma entwickelt wichtige Bausteine für Laser-Bearbeitungsmaschinen. „Diese Komponenten machen aus einem Laserstrahl ein echtes Werkzeug“, erklärt Jubitz. Denn sie lenken und konzentrieren den Strahl über kleine Spiegel so genau, dass damit beispielsweise geschnitten, geschweißt oder beschriftet werden kann.

Der Ursprung der photoelektronischen Industrie in Puchheim reicht weit zurück: Bereits 1957 siedelte sich die Firma Ertl an. In deren Produktionsstätten entstanden hochspezialisierte Vermessungsinstrumente, zum Beispiel Nivelliergeräte, mit denen Höhenunterschiede gemessen und Höhenhorizonte hergestellt werden. Ihre Präzisionsprodukte wurden teilweise nach St. Petersburg und Sydney exportiert. Doch 1983 musste die Firma Konkurs anmelden. „Unter anderem waren Aufträge der Bundeswehr wegen deren Sparkurs weggebrochen“, weiß Puchheims Stadtarchivar Werner Dreher.

Doch das sollte nicht das Ende des Industriezweigs in der Stadt bedeuten. „Den Staffelstab von Ertl hat die Firma Stemmer übernommen“, sagt Dreher. Das 1987 gegründete Unternehmen produziert High-Tech-Bildverarbeitungssysteme, die in den verschiedensten Bereichen benötigt werden. Das reicht von der Montage im Automobilbau über die Früherkennung von Krankheiten bis hin zu Kameras, die in der Raumfahrt zum Einsatz kommen.

Es folgten weitere Unternehmen. „Aktuell haben rund zehn Firmen aus der Branche ihren Sitz in der Stadt“ sagt Puchheims Wirtschaftsförderin Sonja Weinbuch. Dass das Erbe der Firma Ertl der Grund dafür ist, glaubt sie aber nicht: „Ich bin mir gar nicht sicher, ob den Unternehmen das Werk überhaupt bekannt war.“ Sie sieht andere Standortfaktoren für entscheidender an, zum Beispiel die Nähe zu den Münchner Hochschulen, die „Laser World of Photonics“-Messe in München oder die Nachbarschaft zu weiteren Firmen der Branche in Olching, Bruck, Gröbenzell oder Dachau.

Es sei natürlich schön für die Stadt, einen Branchenschwerpunkt zu haben – zumal es sich um einen sehr erfolgreichen Technologiezweig handle. Weinbuch hält sehr engen Kontakt zu den Firmen – nicht nur, weil man diese unterstützen und fördern will. „Auch darüber hinaus ist eine Zusammenarbeit angedacht, zum Beispiel bei der Integration von Flüchtlingen und Menschen mit Migrationshintergrund“, sagt sie. So sei zum Beispiel die Vermittlung von Arbeits- und Ausbildungsstellen angedacht.

Von Andreas Daschner

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