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Im September waren zahlreiche Schüler zur Demo von Puchheim for Future gegangen.

Fridays for Future

Klimawache unter Corona-Auflagen: Aktion wird kaum beachtet

Seit Wochen war es die erste Veranstaltung im öffentlichen Raum – und kaum einer hat sie wahrgenommen.

Puchheim – Rund 20 Aktivisten standen am Freitagnachmittag mit Plakaten am Puchheimer Bahnhof, blieben aber zumeist unter sich im Gespräch. Passanten, die von der S-Bahn kamen, schenkten der Ansammlung kaum Aufmerksamkeit. Die Klimawache, die „Puchheim for future“ nach corona-bedingter Pause jetzt wieder jeden letzten Freitag im Monat abhalten will, war eine kleine, stille Demonstration.

Dass es ein wenig wie bei den Zeugen Jehovas wirkte, war allerdings auch den behördlichen Auflagen geschuldet. Die Teilnehmer, die durch Mundschutz und über anderthalb Meter Distanz miteinander redeten, durften kein Material verteilen und keine Vorbeigehenden aus der Nähe ansprechen. Leicht einzuhalten war dagegen die Beschränkung auf maximal 50 Personen. Statt selber zu argumentieren mussten die Klimaschützer also ihre Plakate sprechen lassen: „Restaurant-Gutscheine für alle statt Kaufprämien für wenige“ hieß es da oder auch: „Danke, dass du heut an mich denkst. Deine Erde.“

In 20 Jahren zu handeln, sei zu spät, sagen die Demo-Teilnehmer

Sich auch in Virus-Zeiten zu versammeln und an eine andere Gefahr zu erinnern, sei im Teilnehmer-Kreis nicht in Frage gestellt worden, sagte Michael Dippold vom Vorbereitungskreis. Ja, es gebe aktuellere Probleme, aber der Klimawandel sei eben eine „schleichende Katastrophe“. Wenn man erst in 20 Jahren zu handeln beginne, sei es zu spät. Und vielleicht hätten in den letzten Wochen einige Menschen auch Zeit zum Nachdenken gehabt, auch über die eigenen Konsumgewohnheiten: Braucht es wirklich die Fernreise, ist jede Gewohnheit so sinnvoll?

Auch einige aktuelle und ehemalige Stadträte hatten sich unter die Klimawächter gemischt. Jürgen Honold, Fraktionssprecher der Unabhängigen Bürger, meinte, es sei wichtig, das Bewusstsein zu schärfen, langsam umzudenken. Vize-Bürgermeister Manfred Sengl räumte ein, dass die Pendler vor allem nach Hause wollen und sich schon vor Corona kaum auf Gespräche einließen.

Weitere Nachrichten aus Puchheim finden Sie hier.

Olf Paschen

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