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Problem-Parkplatz: Bei Regen stand das Areal teilweise reifenhoch unter Wasser.

In der Krokusstraße

Der lange Weg zum trockenen Parkplatz - Anwohner gründeten sogar eine Pumpengemeinschaft

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In der Puchheimer Krokusstraße standen bei heftigem Regen Autos bis zu einer halben Reifenhöhe unter Wasser. Das Problem hat die Stadt nun in Angriff genommen.

Puchheim – Bei Starkregen müssen sich die Anwohner der Krokusstraße künftig weniger Sorgen machen. Diverse Maßnahmen, damit das Niederschlagswasser besser abgeleitet wird, sollen Wirkung zeigen. Um die Bürger darüber im Detail zu informieren, hatte die Stadt zu einem Austausch vor Ort eingeladen. Bürgermeister Norbert Seidl (SPD) zeigte sich zufrieden mit den Veränderungen.

Wenn es nach den Anwohnern geht, waren diese auch dringend notwendig. Sie berichten, dass der Wendehammer teilweise eine halbe Reifenhöhe unter Wasser gestanden habe, wenn es sehr heftig geregnet habe. Die Kanalleitungen, Sickerschächte und Rigolen (Pufferspeicher) waren der Wassermassen nicht mehr Herr geworden.

Stadt vergrößert das Fassungsvermögen der Sickerschächte

Bei nur acht Kubikmetern Fassungsvermögen sei das kein Wunder gewesen, erklärt Tiefbauamtsleiter Udo Schiemann. Dem sei die Stadt mit ihrer Maßnahme, die Ende April begonnen und etwa zweieinhalb Monate gedauert hatte, begegnet. „Nun sind es 68 Kubikmeter Fassungsvermögen.“

Zunächst waren Hauptleitungen und Kanalhausanschlüsse neu gebaut oder zumindest erneuert worden. Danach waren die Trinkwasserleitungen und Schmutzwasserkanäle an der Reihe. Dabei arbeitete die Stadt eng mit dem mittlerweile in Geiselbullach ansässigen Amper-Verband zusammen. Größere Schwierigkeiten gab es bei den vorhandenen Schmutzwasserleitungen. „Sie waren betonummantelt“, sagt Schiemann. Das sorgte für zeitliche Verzögerungen.

Geplante Kosten werden sogar unterschritten

Für Lukas Glauz als Bauleiter vor Ort waren zudem die engen Wege eine Herausforderung. Dennoch blieb die Stadt laut Schiemann unter dem Kostenansatz. Eingeplant seien 250 000 Euro gewesen, nun werde man wohl etwa 15 Prozent darunter bleiben.

Bei einer Veranstaltung der Stadt konnten sich die Bürger informieren.

Hürden waren auch bei Behörden zu überwinden. Man habe beim Wasserwirtschaftsamt (WWA) um den Notüberlauf kämpfen müssen, so der Tiefbauamtsleiter. Das WWA habe die Sorge geäußert, dass zwar das Problem an der Krokusstraße entschärft werde, aber dann möglicherweise andere Gebiete stärker betroffen sein könnten. Die Stadt ihrerseits will beitragen, dass es möglichst nicht mehr zu größeren Schäden kommt. So sollen die Sickerschächte in dem Gebiet nach und nach gereinigt werden, damit sie nicht verschlammen.

Mehr als vierjährige Vorgeschichte

Stadtrat Günter Hoiß (CSU) monierte in seiner Eigenschaft als Referent für kommunale Versorgungsinfrastruktur gegenüber unserer Zeitung, dass die Beseitigung von Regenwasser an der Krokusstraße eine Vorgeschichte hat, die verwaltungstechnisch vier Jahre zurückreicht. Per E-Mail habe er im Juni 2015 nach einer öffentlichen Ausschreibung des Amper-Verbands zur Erneuerung und Sanierung von Abwasserkanälen und Trinkwasserleitungen in dem Gebiet den Zweckverband und Puchheims Bürgermeister Seidl kontaktiert. „Ich habe auf die Überflutungsproblematik aufmerksam gemacht“, berichtet Hoiß.

Zwei Jahre habe er mehrfach nachgefragt und erhielt unter anderem den Hinweis, dass Gefahren durch das ständige Pumpen bestünden. Unter anderem wurde befürchtet, dass so die Häuser absinken würden. Hoiß spricht davon, dass die Baumaßnahmen letztendlich der Beharrlichkeit der Anwohner zu verdanken seien.

Anwohner halfen sich selbst mit einer Pumpengemeinschaft

Improvisieren und im Notfall anpacken sind die Anwohner an der Krokusstraße jedenfalls gewohnt. 40 Jahre lang bestand eine Pumpengemeinschaft, die ohne jeden Vertrag funktionierte. Nun ist sie freilich nicht mehr notwendig. Jetzt warten vor allem die jüngsten Bewohner darauf, dass der Spielplatz nach Abschluss der Bauarbeiten bald wieder benutzt werden kann. Der Rutschturm wird wiederkommen, ein neues Sitzkarussell kommt dazu.

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