Ein Mädchen spielt in einer Kita mit bunten Bechern und Bauklötzen.
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Die Mitarbeiter der Puchheimer Kindertagesstätten sollen mehr Geld bekommen.

Puchheim

Mehr Geld für Kita-Personal

Die Mitarbeiter der Puchheimer Kindertagesstätten sollen mehr Geld bekommen. Die Stadt stockt die Ballungsraumzulage der einzelnen Träger auf. Damit reagiert sie auf die Forderungen der Eltern, die die Abwanderung qualifizierter Kräfte fürchteten.

Puchheim – Der Sozialausschuss des Stadtrats billigte im Grundsatz ein auf dem jüngsten Kita-Gipfel beschlossenes Modell, wonach Ballungsraumzulagen der einzelnen Träger von der Stadt um 100 Prozent aufgestockt werden. Für Erzieherinnen und Kinderpflegerinnen, die beispielsweise in ihrer Kita je 100 Euro zusätzlich zum Gehalt bekommen, legt die Stadt noch einmal 100 Euro drauf. Mitarbeiter von Einrichtungen, die keine Zulage gewähren, bekommen allerdings auch von der Stadt keinen Cent. Der Zuschuss ist allerdings gedeckelt. Noch nicht entschieden ist, ob auch ein Zuschlag in Höhe von bis zu 25 Euro pro Kind gewährt wird. Die Förderung soll zunächst zeitlich – etwa auf drei Jahre – befristet werden.

Die Kosten für die Stadt belaufen sich bei 200 Beschäftigten auf bis zu 290 000 Euro jährlich. Hinzu kommen für einzelne Kitas noch Defizite aus dem laufenden Betrieb, die in den beiden nächsten Jahren noch teilweise von der Stadt gedeckt werden. Für 2021 rechnet das Sozialamt mit Aufwendungen von bis zu 680 000 Euro.

„Das sind die Konsequenzen der Forderungen der Eltern“, sagte Bürgermeister Norbert Seidl (SPD) im Ausschuss. „Die Stadt gibt den Trägern das Geld, damit ihnen die Leute nicht weg laufen.“ In diesem Jahr könnte sich Puchheim dank noch zufriedenstellender Steuereinnahmen eine solche Gratifikation leisten, aber der Haushalt 2021, wenn die Zulage erstmals greifen soll, sei eine „komplette Glaskugel“. Auf jeden Fall müsse die Zuwendung von der Zahlungsfähigkeit der Stadt abhängig gemacht werden.

Nachdem die Landeshauptstadt die Großraum-München-Zulage in Höhe von bis zu 270 Euro monatlich für ihre Bediensteten eingeführt hatte, zogen viele Kommunen im Umland nach, so auch Puchheim. Die Stadt betreibt allerdings selbst keine Kitas und gewährte die Vergütung nur den eigenen Mitarbeitern.

Daraufhin nutzten mehrere Dutzend Eltern im vergangenen Dezember eine Stadtratssitzung, um mit großem Nachdruck die Vergütung auch für die Erzieher und Pfleger der von freien und kirchlichen Trägern oder von Wohlfahrtsverbänden geführten Kindertagesstätten in Puchheim zu fordern. Anderenfalls drohe die Abwanderung qualifizierter Kräfte.

In diesem Jahr kam es daraufhin zu drei „Kita-Gipfeln“ mit Träger-Vertretern, Einrichtungsleitern und Elternbeiräten. Ein Ergebnis war das mit 450 000 Euro über drei Jahre ausgestattete städtische Sofortprogramm, eine im Landkreis bisher einmalige Ausbildungs- und Nachwuchsförderung. Beim dritten Gipfel im September wurde schließlich das Zulagen-Modell diskutiert und befürwortet. Nachdem nun auch der Sozialausschuss seinen Segen gegeben hat, soll die Verwaltung noch die Details ausarbeiten.

In Puchheim gibt es insgesamt 19 Kindertagesstätten von sieben verschiedenen Trägern. Die dort bereits gewährten Zulagen reichen von 75 bis 150 Euro monatlich. Nur ein freier Träger verzichtet bisher auf eine solche Fürsorgeleistung. (op)

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