Justizia in der Mittagssonne.
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Ein Organisations-Wirrwarr bei seinem Arbeitgeber rettete einen Paketfahrer vor einer Verurteilung wegen Verstoßes gegen das Postgeheimnis. 

Aus dem Amtsgericht

Organisations-Wirrwarr rettet Paketfahrer vor Verurteilung

  • vonHans Kürzl
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Ein Organisations-Wirrwarr bei seinem Arbeitgeber rettete einen Paketfahrer vor einer Verurteilung wegen Verstoßes gegen das Postgeheimnis. 

Puchheim – Dem 31-Jährigen wurde vorgeworfen, um den Jahreswechsel 2017/2018 vor allem in Puchheim Paket- und Postsendungen eines großen Logistikers nicht zugestellt oder einfach nur abgelegt zu haben.

Der Paketfahrer bestritt das. In der Zeit sei er im Urlaub gewesen. Zudem sei es bei der Firma üblich gewesen, dass Zusteller teils auf das Konto eines anderen gearbeitet hätten – sprich: Nicht unter ihrem eigenen Namen erfasst worden seien.

Ein ehemaliger Kollege des 31-Jährigen bestätigte diese Version. Das sei insbesondere bei Mitarbeitern der Fall gewesen, die eine zehntägige Probezeit absolvierten. Deren Zustellerkonto sei anschließend nicht gelöscht, sondern gewissermaßen an die nächsten Praktikanten weitergereicht worden. „Über ausgelieferte Pakete hat es außerdem keine Datenerfassung gegeben“, so der Ex-Kollege im Zeugenstand.

Nach diesen Schilderungen beantragte bereits die Staatsanwältin Freispruch. Der Verteidiger schloss sich an. Er sprach davon, „dass in der Verhandlung nebulöse Strukturen eines Logistikers offenbar wurden“. Man könne das durchaus in den Bereich der Ausbeutung rücken. Man habe sich bei dem Logistiker nicht mal die Mühe gemacht, Fahrten und Zustellungen vernünftig zuzuordnen.

Auch der Amtsrichter war der Meinung, das Prozedere des Logistikers mit allen möglichen Konten für verschiedene Mitarbeiter mache eine eindeutige Zuordnung der Tat unmöglich. Der 39-Jährige wurde freigesprochen.

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