Ein- bis Dreibett-Zimmer mit insgesamt 112 Betten

Ehemaliges Restaurant Colonial wird zu Boardinghaus

Einst war hier die Mühle, bis vor einigen Monaten noch das Restaurant Colonial, jetzt soll an der Alten Bergstraße in Puchheim-Ort ein Boardinghaus entstehen.

PuchheimTrotz einiger Bedenken gab der Bauausschuss des Stadtrats jetzt grünes Licht für diese Nutzungsänderung. Nach dem Umbau sollen hier Ein- bis Dreibett-Zimmer mit insgesamt 112 Betten angeboten werden. Im Unterschied zu einem Hotel oder einer Pension richtet sich das Angebot vor allem an Firmen, die für ihre Beschäftigten – etwa auf großen Baustellen – für einige Wochen eine Unterkunft brauchen. Verpflegung wird außer durch Snack- und Kaffee-Automaten nicht angeboten. Dafür gibt es eine Gemeinschaftsküche, und die Übernachtung ist mit Preisen ab 17 Euro pro Person äußerst günstig.

Im Bauausschuss wurde vor allem Kritik an der geplanten neuen Außentreppe laut, die als zweiter Fluchtweg dienen soll. Sie würde praktisch direkt neben der Augsburger Straße platziert, ein in Puchheim bisher einmaliger Fall. Ein zweites Treppenhaus halten die Bauherren aus statischen Gründen allerdings für nicht möglich. Eine Mehrheit stimmte schließlich für die Planung, die außerdem neue Balkone und Dachgauben sowie eine Hausmeister-Wohnung vorsieht.

Ob die 24 Stellplätze nicht nur den Vorgaben entsprechen, sondern auch tatsächlich ausreichen, soll noch das Landratsamt prüfen. In Haar östlich von München, wo die Betreibergesellschaft Fana ihr erstes Boardinghaus errichtet hat, ist eine geplante Erweiterung vorerst an der Parkplatz-Frage gescheitert.

Wie Fana-Geschäftsführer Norman Siegert dem Tagblatt sagte, geht es seinem Unternehmen auch darum, ein „schönes Haus“ im Wert zu erhalten, zumal sich der bisherige Eigentümer, ein Immobilienfonds, kaum um den Erhalt des Gebäudes gekümmert habe.

Nach seinen Erfahrungen werden die Monteurzimmer jeweils für nicht länger als vier Wochen gemietet, die Bettenauslastung liege bei rund 80 Prozent. An Wochenenden stehen die Unterkünfte praktisch leer, an gewöhnliche Touristen soll dennoch nicht vermietet werden. Gegen Ruhestörungen – wie zuletzt von den Nachbarn einer Olchinger Arbeiterunterkunft beklagt – soll der Hausmeister einschreiten, der ständig vor Ort sei.

von Olf Paschen

Rubriklistenbild: © SVJ

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