Die Ortler Kameraden (v.l.) Florian Köbele, Sergius Ruppaner und Florian Keil präsentieren stolz ihr neues Fahrzeug.
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Die Ortler Kameraden (v.l.) Florian Köbele, Sergius Ruppaner und Florian Keil präsentieren stolz ihr neues Fahrzeug.

Puchheim-Ort

Ein Alleskönner für die Feuerwehr

  • Andreas Schwarzbauer
    vonAndreas Schwarzbauer
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Fünf Jahre musste sich die Feuerwehr Puchheim-Ort gedulden, bis sie ihr neues Fahrzeug in Empfang nehmen durfte. Zuvor waren etliche ehrenamtliche Stunden Vorbereitungszeit notwendig. Denn: Man brauchte kein reines Löschfahrzeug, sondern einen wahren Alleskönner.

Puchheim-Ort – Die Freiwillige Feuerwehr in Puchheim-Ort hat ein neues Fahrzeug. „Es ist ein Alleskönner“, sagt Kommandant Daniel Wanner. Das Löschgruppenfahrzeug LF 20 bietet Platz für neun Leute, hat einen 2000-Liter-Tank an Bord sowie eine elektronische Pumpe. „Die Pumpe funktioniert total einfach: Man schaltet sie ein, hat sofort Wasser und kann loslegen“, sagt Wanner.

Bei älteren Fahrzeugen müsse man dagegen verschiedene Ventile aufdrehen und Hebel umlegen, ehe das Wasser fließt. „Wenn’s nicht funktioniert und ich nicht weiß warum, bin ich aufgeschmissen. Beim neuen Fahrzeug zeigt ein Display an, wo das Problem liegt.“

Aber das LF 20 kann nicht nur löschen. „Bei uns brennt es sehr selten. Deshalb war ein reines Löschfahrzeug uninteressant. 90 Prozent unserer Einsätze sind technische Hilfsleistungen, vor allem bei Verkehrsunfällen“, erklärt Wanner. An Bord des Fahrzeugs befindet sich daher viel Ausrüstung für solche Notfälle. Darunter sind ein 60-Tonnen-Spreizer zum Auseinanderdrücken von Autos und eine Rettungsschere. „Es ist kein Fahrzeug von der Stange, sondern auf unsere Bedürfnisse maßgeschneidert.“

Und so sieht das neue Fahrzeug der Ortler von innen aus.

Insgesamt fünf Jahre dauerte die Beschaffung. Mindestens 250 ehrenamtliche Stunden investierten die Kameraden. Sie diskutierten über die Ausrüstung, recherchierten und schauten sich verschiedene Modelle live an. „Als wir den Wagen in Österreich abgeholt haben, war es beinahe so, als ob man ins Krankenhaus fährt und nach der Geburt sein Kind heimbringt“, sagt Wanner.

Das alte Fahrzeug wurde nach 25 Jahren ausgemustert, die Puchheimer wollen es an den Libanon spenden. Das neue Auto kostete die Stadt Puchheim rund eine halbe Million Euro. Doch die Investition habe sich gelohnt, sagt Wanner. „Er ist auf dem neuesten Stand der Technik und erleichtert unsere Arbeit. Wir sind total glücklich.“ Auch optisch ist der neue Wagen ein Hingucker. Die rote Lackierung ist eher gedeckt statt in leuchtendem Neonrot. Die Rollläden sind anthrazitfarben. „Es schaut sehr modern aus“, meint Wanner. Derzeit üben die Feuerwehrler eifrig an dem neuen Wagen. „Es ist fast jeden Tag jemand am Feuerwehrhaus.“ Das sei auch wichtig, denn: „Die neue Generation ist etwas ganz anderes, aber im Einsatz müssen alle Handgriffe sitzen“, sagt Wanner.

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