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Umbau statt Abriss: Neuer Firmensitz in altem Gebäudekomplex

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Von: Tobias Gehre

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Haben sich auf Anhieb gut verstanden: Stefan Kottermair (l.) zieht mit seiner Firma in das Gebäude von Georg Huber. Besonders stolz sind beide auf das so genannte böhmische Gewölbe.
Haben sich auf Anhieb gut verstanden: Stefan Kottermair (l.) zieht mit seiner Firma in das Gebäude von Georg Huber. Besonders stolz sind beide auf das so genannte böhmische Gewölbe. © Gehre

Neu bauen, während Altes leer steht: Ein Germeringer Unternehmen und ein Puchheimer Landwirt wollten dieses Spiel nicht mitspielen. Durch Zufall fanden beide zusammen. Jetzt hat die Firma einen neuen Sitz – und einem alten Gebäudekomplex wird neues Leben eingehaucht.

Germering/Puchheim-Ort – Stefan Kottermair mag es beschaulich. Mit seinem Elektriker-Betrieb hat sich der 51-Jährige in einem alten Bauernhof eingerichtet. Es ist ein verwinkeltes Gebäude mit alten Balken, dicken Mauern und viel Grün außen herum. Doch die Gegend an der Germeringer Salzstraße entwickelt sich immer mehr zum Wohngebiet. Und aus Kottermairs Ein-Mann-Betrieb ist ein Unternehmen mit gut 100 Mitarbeitern geworden. An der Salzstraße wurde es dem Elektromeister zu eng. Es musste ein neuer Standort her. Eines war für den Firmengründer aber klar: „In ein Gewerbegebiet wollen wir nicht. Dort würden wir uns nicht wohl fühlen.“

Kottermair und seine Mitarbeiter machen sich auf die Suche. Ein alter Stadl in Germering, den man herrichten kann, schwebt dem Firmenchef vor. Doch sie bekommen nur Absagen. Durch Zufall erfährt Landwirt Georg Huber aus Puchheim-Ort von den Plänen des Germeringer Unternehmens. Und er hat genau das, was Stefan Kottermair sucht.

Entscheidung fällt im böhmischen Gewölbe

Die beiden treffen sich – und verstehen sich auf Anhieb gut. Kottermair schaut sich den L-förmigen Gebäudekomplex zwischen Hubers Hof und dem Hotel Parsberg an. Als er im so genannten böhmischen Gewölbe steht, einem Gebäudetrakt von 1851, weiß der Firmenchef: Das ist es. „Dort ist die Entscheidung gefallen“, sagt der Elektromeister.

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Für Georg Huber und seine Frau Christine ist der Plan des Germeringers ein echter Glücksfall. Jahrelang hat das Paar überlegt, was es mit dem maroden Gebäude macht – Sanierung oder Abbruch. Mit Kottermairs Entscheidung ist klar: Die Abrissbirne wird nicht anrücken.

Der Gebäudekomplex an der Augsburger Straße wird derzeit komplett saniert. Im Herbst soll alles fertig sein.
Der Gebäudekomplex an der Augsburger Straße wird derzeit komplett saniert. Im Herbst soll alles fertig sein. © Gehre

Doch dem alten Bau neues Leben einzuhauchen ist eine Mammutaufgabe. Böden, Decken, Dach, Dämmung, Leitungen – alles muss von Grund auf erneuert werden. „Es ist kein Stein auf dem anderen geblieben“, sagt Georg Huber. Dass aus dem maroden Komplex ein echtes Kleinod geworden ist, ist vor allem Christine Huber zu verdanken. Vorgesetzte Fenster am ehemaligen Kuhstall, Farben, Materialien – so gut wie alle optischen Highlights hat die Agrarbetriebswirtin ersonnen. „Da wäre ich im Leben nicht drauf gekommen“, sagt Georg Huber.

Enge Zusammenarbeit

Bei der Sanierung arbeiten die Hubers und Stefan Kottermair eng zusammen – etwa bei der Aufteilung der Räume oder den Installationen. Doch das in die Jahre gekommene Gebäude setzt ihnen auch Grenzen. „Nicht alles, was wir wollten, war statisch möglich“, berichtet Georg Huber.

Noch ist nicht alles fertig in dem rund 1500 Quadratmeter großen Komplex am Parsberg, noch haben die Handwerker das Sagen auf der Baustelle. Im Herbst will Kottermairs Elektro-Firma dann einziehen. Das Unternehmen will langfristig am Parsberg bleiben. Am Gebäude soll es nicht liegen. „Das ist jetzt für Generationen wieder fit“, meint Georg Huber.

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