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Hat eine besondere Technik entwickelt: Dieser Radlfahrer kommt unter den Gleisen durch, ohne abzusteigen.

Puchheim

Debatte um die Duck-Dich-Brücke: Pläne für bequemeren Durchgang hinfällig

Wer gerne zwischen Puchheim und Gröbenzell am Gröbenbach entlang spaziert oder radelt, kennt sie bestimmt: Die Unterführung am Aubinger Weg, die man lediglich geduckt passieren kann. Die Stadt hatte die Idee, den Durchgang komfortabler zu machen. Doch dagegen sprechen offenbar gleich mehrere Gründe.

Puchheim – Ein bequemer Durchschlupf ist er mit seiner Höhe von 1,45 Meter nicht gerade, Gegenverkehr ist auch nicht möglich. Aber dennoch ist die Gröbenbach-Unterführung unter der Bahnlinie an der Grenze von München und Puchheim eine viel genutzte Passage. Und das wird sie in ihrer ganzen Unvollkommenheit auch noch für eine geraume Weile bleiben können. Der Stadtrat legte jetzt einstimmig alle Überlegungen für einen barrierefreien Ausbau erst einmal auf Eis. Die Planer der Bahn, die schon mit drei denkbaren Varianten zur Sitzung gekommen waren, wurden mit Dankesworten wieder heimgeschickt.

Die Idee, im Rahmen des Bahn-Ausbaus auch etwas für die Unterführungs-Nutzer zu tun, war zwar in der Stadt geboren, seitdem hat sich aber die Geschäftsgrundlage gewandelt. Kosten von bis zu fünf Millionen Euro, die allein von Puchheim zu zahlen wären, ohne dass es deswegen in Besitz der neuen Unterführung käme, erschienen den Sprechern aller Fraktionen angesichts der wegen Corona ungewissen finanziellen Zeiten nicht tragbar.

Viergleisiger Ausbau?

Mindestens genauso schwer wog aber ein anderes Argument: Sollte die Trasse doch noch viergleisig ausgebaut werden, wäre die Riesen-Investition in den Sand gesetzt. Denn die Planungen für das Unterführungsbauwerk sind nur auf einen Bahnkörper mit drei Gleisen – das neue dabei auf der Südseite am Golfplatz – ausgelegt.

Man würde aber ein „falsches Signal“ senden, wenn man jetzt eine Vereinbarung unterschriebe, meinte etwa Jean-Marie Leone (SPD). Denn Puchheim wünsche vier, nicht drei Gleise. Noch mal so einen Fehler wie beim Bahnhofsumbau, als man sich schließlich mit einer unvollkommenen Lösung einverstanden erklärt hatte, werde man nicht mehr machen.

Die unperfekte Unterführung

Daneben gab es aber auch grundsätzliche Bedenken gegen eine Millionen-Investition an der Stadtgrenze. Das Geld könne man an anderen Stellen in Puchheim sinnvoller für die Barrierefreiheit ausgeben als „kurz vor Aubing“, fand Jürgen Honold (ubp). Und Rainer Zöller (CSU) erinnerte daran, dass die unperfekte Unterführung „seit 20 Jahren“ von den Leuten angenommen und genutzt werde.

Eine theoretische Ausbau-Möglichkeit allerdings gäbe es auch ohne die Bahn: Gegen eine bloße Vertiefung der Unterführung, von der Stadt Puchheim auf eigene Faust unternommen, würde das Unternehmen wohl keine Einwände anmelden. Der DB-Planer warnte allerdings vor solcher Eigenmächtigkeit: Sollte die Unterführung dann nicht durch den Gröbenbach zur Badewanne werden, bräuchte man eine sehr aufwändige Konstruktion. (Olf Paschen)

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