Ein immer selteneres Bild: Eine Polizistin sichert nach einem Wohnungseinbruch Spuren an einem eingeschlagenen Fenster. SymbolFoto: Julian Stratenschulte/dpa
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Ein immer selteneres Bild: Eine Polizistin sichert nach einem Wohnungseinbruch Spuren an einem eingeschlagenen Fenster.

Puchheim

Zahl der Wohnungseinbrüche auf Rekordtief

Die Corona-Pandemie wirkt sich auch auf die Kriminalität aus. Während in Puchheim die Zahl der Wohnungseinbrüche auf rekordverdächtige vier gesunken ist, nimmt die Zahl der Straftaten im Internet zu. In der jetzt vorgestellten Kriminalitätsstatistik für Puchheim schlägt sich diese Form des Verbrechens aber kaum nieder.

Puchheim – Wie die Kriminalitätsstatistik für das Jahr 2020 für Puchheim zeigt, ist die Zahl aller Straftaten in der Stadt gegenüber dem Vorjahr zwar um gut zehn Prozent auf rund 780 gestiegen. Doch dies gilt den Beamten noch als Ausschlag innerhalb einer natürlichen Schwankungsbreite. 2016 lag die Zahl der Straftaten bei fast 1000.

Man habe sich bemüht, die erfolgreiche Arbeit der Gröbenzeller Kollegen fortzusetzen, sagte der Germeringer Inspektionsleiter Jürgen Dreiocker im Sicherheitsausschuss des Puchheimer Stadtrats. Puchheim und Eichenau waren nach Auflösung der Gröbenzeller Dienststelle dem Germeringer Revier zugeschlagen worden.

Nur vier Einbrüche

Im einzelnen zeigt die Statistik zum Beispiel unter den „Rohheitsdelikten“genau sechs schwere oder gefährliche Körperverletzungen. Das sei für eine Stadt der Größe Puchheims „keine besorgniserregende Zahl“, meinte Dreiocker. Förderlich für das Sicherheitsgefühl der Menschen sicher auch die „absolut minimale Zahl“ von nur noch vier Wohnungseinbrüchen.

Im vergangenen November konnten gleich mehrere Einbrecher albanischer Herkunft noch vor Ort in Puchheim gestellt werden. Allein die Germeringer PI war damals mit fünf oder sechs Streifenwagen am Tatort – für Dreiocker auch der Beweis dafür, dass man inzwischen mit mehr Personal noch schneller und „massiver“ auftreten könne.

Begehrte Pedelecs

Fahrrad-Diebstähle haben um mehr als ein Viertel abgenommen, allerdings werden statt am Bahnhof geparkter Räder mehr und mehr teure Pedelecs aus Mehrfamilienhäusern und Fahrradkellern zum Ziel der Langfinger.

Deutlich zugenommen haben Sachbeschädigungen, bedingt auch durch teilweise aufgeklärte Graffiti-Serien, und die sogenannte Rauschgiftkriminalität. Aber Betäubungsmittel seien leicht verfügbar, ein Unrechtsbewusstsein gebe es bei Heranwachsenden praktisch nicht mehr, die von Staatsanwaltschaft oder Gericht schließlich verhängten Strafen seien alles andere als drakonisch und die gesellschaftliche Akzeptanz für die Verfolgung sei am Bröckeln, beklagte Dreiöcker.

Mehr Beleidigungen

Die meisten Delikte in Puchheim waren Sachbeschädigungen, gefolgt von angezeigten Beleidigungen, die stark zugenommen haben. Ein neuer Schwerpunkt ist wie überall die Internet-Kriminalität. Da es allerdings in der Regel keine definierbaren Tatorte gibt, die Betrüger oft auch im Ausland sitzen, taucht sie in der Statistik kaum auf. Häusliche Gewalt, wie sie mit Corona zugenommen haben soll, ist nach den Erkenntnissen aus Germering nicht weiter verbreitet als zuvor. Und die Frage im Ausschuss, ob die große Asyl-Unterkunft in der Siemensstraße aus polizeilicher Sicht auffällig sei, konnte der Inspektionschef verneinen. Mit der Einschränkung, dass es sich dort um eine „schlichte Schlafstatt“ handele: „Die Aktivitäten finden woanders statt.“

Einen kleinen Einblick gewährte Dreiocker in das Innenleben seiner Dienststelle. Zwei Dutzend junge Kollegen seien direkt aus der Ausbildung zu ihnen gestoßen: „Da gehen uns fast die Alten aus, um sie anzulernen.“ Aber die verbesserte personelle Situation erlaube immerhin mehr Präsenz auf den Straßen. „Man sieht uns,“ meinte der Leiter – wenngleich meistens nur im Auto vorbeifahren. Man werde versuchen, auch in Puchheim „ein bissl zu Fuß präsent zu sein“ oder die neuen Dienst-Fahrräder für Streifen zu nutzen. Und nach Corona will man auch wieder die Gelegenheit suchen, mit den Leuten außerhalb von Einsätzen ins Gespräch zu kommen, etwa bei einem Marktsonntag.

Hinweis: Die Sitzung fand vor den Geschehnissen in der Kennedysiedlung statt.

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