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Gemeinderat

Puchheim prüft eigenes MVV-Ticket

Viele Puchheimer fahren kurze Strecken in der Stadt mit dem Auto statt dem Bus. Eine Beispielrechnung zeigt: Es ist derzeit günstiger. CSU- und Freie-Wähler-Fraktion wollen das ändern.

Eine MVV-Fahrkarte, die nur für Puchheim gilt? Für diese Idee haben jüngst gemeinsam CSU- und Freie-Wähler-Fraktion geworben. Nach ihrer Vorstellung könnte ein solches Ticket innerörtliche Autofahrten überflüssig machen. Denn bisher ist der PKW nicht nur bequemer und schneller, sondern auch bei Weitem günstiger.

CSU und Freie Wähler führen eine Beispielrechnung an, nach der eine Mutter, die ihren Nachwuchs täglich von der Friedenstraße zum Kindergarten „Regenbogen“ bringt und wieder abholt, und dabei den Bus benutzt, wöchentlich 28 Euro für Streifenkarten ausgeben müsste. Benutzt dieselbe Frau das Auto und setzt man einen Kilometerpreis von 30 Cent an, zahlt sie wöchentlich 10,80 Euro und bliebe umgerechnet auch unter der günstigsten Monatskarte. „Warum also den ÖPNV nutzen?“, fragen die Antragsteller.

Theoretisch geben ihnen die jüngsten Verkehrsuntersuchungen recht. Jede fünfte Fahrt in Puchheim führt nicht weiter als 1,5 Kilometer, im „Binnenverkehr“ sind 40 Prozent mit dem Auto unterwegs und nur fünf Prozent mit den Öffentlichen. Gerade für den Bring- und Holverkehr zu Kindertagesstätten und Schulen hatten die Experten empfohlen, für andere Verkehrsmittel als das Auto zu werben. Die beiden Fraktionen würden ein Monatsticket zum Preis von 20 bis 25 Euro empfehlen, gültig für einen Erwachsenen und die eigenen Kinder, ausschließlich im Stadtgebiet und nicht für das Anruf-Sammeltaxi nutzbar.

In der Verwaltung stieß die Idee, zumal nach einem Vorgespräch mit der ÖPNV-Stelle im Landratsamt, auf einige Skepsis. Zum einen bekommt ganz Puchheim mit der geplanten MVV-Tarifreform im kommenden Jahr eine einzige Tarifzone für Einzel- wie Zeitkarten. Es sei naheliegend, zunächst die Erfahrungen mit dem neuen System abzuwarten. Zum anderen aber seien solche Insellösungen dem Verbundgedanken und der überörtlichen Vernetzung der öffentlichen Verkehrsmittel eigentlich fremd und im Großraum München auch noch nicht versucht worden. Außerdem gebe es heute schon eine günstige Alternative: Die „Isar-Card“ für bis zu zwei Ringe zum Wochenpreis von 15,40 Euro, die beliebig viele Fahrten in Puchheim erlaubt.

Ob der MVV die Neuerung mittragen würde, gilt als ungewiss. Wenn überhaupt, so die Überzeugung im Rathaus, müsste die Stadt die Kosten für eine solche Subventionierung tragen. Vom Planungsausschuss des Stadtrats, der das Modell diskutierte, wurde die Verwaltung trotzdem beauftragt, in Gesprächen mit dem Verkehrsverbund die Realisierungschancen zu eruieren.

von Olf Paschen

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