Zwei Wochen lang wurde die Eröffnung des PUC im April 1999 gefeiert: Die Besucher freuten sich über örtliche und internationale Künstler. Fotos: kulturamt
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Zwei Wochen lang wurde die Eröffnung des PUC im April 1999 gefeiert: Die Besucher freuten sich über örtliche und internationale Künstler.

Architektur

Aus der Geschichte Puchheims: Kultur im PUC unter spektakulärem Dach

  • Andreas Schwarzbauer
    vonAndreas Schwarzbauer
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Ein Gebäude in Puchheim machte schon von sich reden, bevor es gebaut wurde: das Kulturzentrum PUC. Vor allem dessen Dach gilt bis heute als spektakuläre Architektur. Eigentlich hätte es durchsichtig sein sollen.

Puchheim – Das Dach des Kulturzentrums PUC besteht aus einem Stahl-Holz-Gerippe, das mit einer weißen, textilen Membran überspannt ist. Solche zeltartigen Konstruktionen gab es zwar auch schon zuvor, aber nur selten für geschlossene Gebäude. In Puchheim erstreckt sie sich über 1000 Quadratmeter. Das außergewöhnliche Dach setzt sich zudem in einer Geländewelle fort, unter der sich die Tiefgarage verbirgt. Das Gebäude wurde um die Jahrtausendwende sogar mit einem Architekturpreis ausgezeichnet.

Zeltdach von innen 1998: Es besteht aus einem Stahl-Holz-Gerippe.

Der ursprüngliche Architektenentwurf sah sogar ein durchsichtiges Dach vor. Ein Gutachten warnte allerdings vor Problemen beim Schallschutz und der Wärmedämmung. Unter anderem hätten Musikveranstaltungen nach 22 Uhr nur noch eingeschränkt stattfinden können. Deshalb entschied sich der Gemeinderat 1996 für ein mehrschichtiges und undurchsichtiges Dach mit einer ausreichenden Isolierung. Noch im selben Jahr erfolgte der erste Spatenstich, 1997 wurde – begleitet von einem Konzert – der Grundstein gelegt.

Nach etwas mehr als zwei Jahren Bauzeit und Kosten in Höhe von 23,5 Millionen Mark feierte Puchheim im April 1999 mit einem zweiwöchigen Festprogramm mit örtlichen und internationalen Künstlern die Eröffnung seines Kulturzentrums „PUC“. Der Name wurde durch einen offenen Bürgerwettbewerb gefunden.

Die Idee, ein Bürgerhaus zu schaffen, bestand schon seit den 1970er-Jahren. Bereits damals gab es einen wachsenden Raumbedarf für kulturelle und gesellschaftliche Veranstaltungen. Der katholische Pfarrsaal und der Sitzungssaal im Rathaus wurden den Ansprüchen nicht mehr gerecht.

Die zeltartige Konstruktion des PUC erstreckt sich über 1000 Quadratmeter.

1990 wählte der Gemeinderat das sogenannte Erdbeerfeld – ein 3900 Quadratmeter großes Areal zwischen Gut Harbeck und der evangelischen Kirche – als Standort aus. 1991 bis 1993 erarbeitete die Gemeinde mit den kulturellen Vereinen des Ortes ein Raumprogramm und richtete einen Realisierungswettbewerb aus. 57 Architekturbüros beteiligten sich daran. Sieger wurde das Büro Lanz aus München mit seinem Membrandach. Mit einer knappen Mehrheit von zwölf zu zehn Stimmen sprachen sich die Mitglieder des Gemeinderats für diesen Entwurf aus.

Heute beherbergt das PUC zahlreiche Veranstaltungen unter seinem Dach: Theater, Tanz, Konzerte, Kabarett, Lesungen oder Ausstellungen. Diese Vielfalt ermöglicht vor allem das flexible Raumangebot. Herzstück ist ein großer Saal, der in zwei separate Räume mit jeweils 400 Plätzen unterteilt werden kann. Auf der Nordseite befinden sich eine Bühne und Künstlergarderoben. Auf der Südseite bietet eine Empore zusätzliche Sitzmöglichkeiten. Darüber hinaus verfügt das PUC über kleinere Veranstaltungsräume, eine Galerie, einen Musikübungsraum im Untergeschoss und ein Restaurant.

Die Serie

Die Geschichte Puchheims reicht bis ins Jahr 950 zurück. Im Tagblatt blickt der Kulturverein d’Buachhamer zurück. Wer vor Ort einen Eindruck bekommen will, kann die 22 Stationen des Geschichtspfads besuchen.

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