Mit viel weniger Steuereinnahmen rechnet auch die Stadt Schongau durch Corona. Trotzdem ist der Haushalt jetzt beschlossen worden.
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Die Stadt Puchheim hilft den Schützen

Puchheim

Finanzspritze der Stadt: Schützenhilfe für die Gamsjäger

Seit die Gamsjäger aus Puchheim-Ort für ihren Schießstand Miete zahlen müssen, kämpfen sie ums Überleben. Die Rücklagen reichten gerade noch, um das Defizit in diesem Jahr auszugleichen. Nun gibt es einen Zuschuss der Stadt.

Puchheim-Ort – Ohne finanzielle Förderung stehe man im kommenden Jahr vor der Insolvenz, erklärte der Vereinsvorsitzende Stefan Dingler im Kulturausschuss des Stadtrats. Soweit wollten es die Politiker nicht kommen lassen: Für heuer und das nächste Jahr wurde ein Zuschuss von knapp 8000 Euro beschlossen. „Mittelfristig“ muss der Verein aber wieder auf eigene Füße kommen.

Die rund 180 Quadratmeter große Schießanlage im Keller des Hotels Parsberg wird seit rund 50 Jahren genutzt, der frühere Chef hat selber bei den Gamsjägern geschossen. Seit Jahresbeginn allerdings werden die Nutzer zur Kasse gebeten, wenngleich wegen Corona noch nicht in voller Höhe. Nach langen Verhandlungen wurde eine Pacht von 450 Euro monatlich vereinbart. Es wäre auch eine um 100 Euro günstigere Variante denkbar gewesen, dann aber hätten Getränke zu Hotelpreisen konsumiert werden müssen. Mit dem Getränke-Verkauf auf eigene Rechnung kommen jedoch auch ein paar Euro in die Kasse.

Maßvolle Beitragserhöhung

Eine Mitgliederversammlung beschloss zuletzt eine maßvolle Beitragserhöhung und ein etwas höheres Schießgeld. Kräftiger zuzulangen hielt Dingler angesichts der vielen passiven unter den zuletzt 148 Mitgliedern nicht für ratsam. Es gebe Gamsjäger im Verein, die seit 50 Jahren dabei seien, aber noch nie beim Schießen waren. Auch der höhere Obolus reiche bei Weitem nicht zur Deckung der Kosten.

Einen 115 Jahre alten Traditionsverein dürfe man nicht untergehen lassen, war einhellige Meinung im Ausschuss. Allerdings sprach auch Bürgermeister Norbert Seidl (SPD) von einem „Systembruch“ angesichts der bisherigen Sportförderung, die eben keine Mietzuschüsse vorsieht. Auch Gisella Gigliotti (Grüne) fand es „schwierig“, private Mieteinnahmen durch die Stadt finanzieren zu lassen. Es könne nicht Aufgabe des Stadtrats sein, „auf Biegen und Brechen Strukturen aufrecht zu erhalten“. Aber sogar Kämmerer Harald Heitmeir hielt angesichts der Sondersituation eine Übergangslösung für vertretbar, wenn denn der Zuschuss allmählich geringer werde.

Von einem Zukunftskonzept war die Rede, das der Verein erarbeiten müsse, etwa eine verstärkte Zusammenarbeit mit den Eintracht-Schützen aus Puchheim-Bahnhof, mit denen im Jugendbereich schon kooperiert wird. „Wir werden uns Gedanken machen, welche Zukunft wir haben,“ versicherte Dingler. Auch darüber, ob es noch einen Ortler Schützenverein geben kann.

Volkshochschule braucht Geld

Die Puchheimer Volkshochschule (VHS) braucht dringend Geld. Trotz erheblicher Mindereinnahmen bei Gesundheits- und Sprachkursen sei man in diesem Jahr dank Zuschüssen aus dem staatlichen Rettungsschirm und Kurzarbeit der Festangestellten noch einigermaßen über die Runden gekommen, berichtete der neue VHS-Vorsitzende Reinhold Koch im Kulturausschuss. Dennoch wurde für heuer ein Defizit von 16 000 Euro errechnet, im kommenden Jahr wird sogar ein Minus von 46 000 Euro erwartet.

Die VHS könne sich aber darauf verlassen, dass die Stadt die Erwachsenenbildung weiter hochhalte, sagte Bürgermeister Norbert Seidl (SPD). Und auch der Kämmerer sehe die „Systemrelevanz“ der VHS und befürworte einen Zuschuss. Die tatsächlich entstehenden Fehlbeträge sollen von der Stadt zu 100 Prozent gedeckt werden, beschloss der Ausschuss. op

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