Manch ein Puchheimer meint es zu gut mit dem Taubenfüttern.  Foto: dpa
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Manch ein Puchheimer meint es zu gut mit dem Taubenfüttern.

Die Beschwerden häufen sich

Lärm und Kot: Puchheim verbietet das Füttern von Tauben

Immer wieder gibt es Beschwerden im Puchheimer Rathaus über eine Taubenplage. Die Stadt reagiert nun mit strengeren Regeln, was das Füttern angeht. Immerhin hat da so mancher Tierliebhaber ziemlich übertrieben.

Puchheim – In Puchheim wird das Füttern von Tauben verboten. Der neue Sicherheitsausschuss des Stadtrats stimmte jetzt einer entsprechenden Verordnung zu, die bei Verstößen auch Geldbußen vorsieht. Das aus nur drei Paragraphen bestehende Regelwerk soll zunächst aber vor allem Appell-Charakter haben. Andere Vögel dürfen weiterhin versorgt werden, solange durch diese Fütterung nicht wiederum Tauben angezogen werden.

Die Beschwerden häufen sich

Das Problem ist seit längerem bekannt, seit etwa zwei Jahren häufen sich aber die Beschwerden im Rathaus. Vor allem in der Planie fühlen sich die Körner- und Allesfresser offenbar wohl, es gibt aber auch Ansammlungen in der Edelweiß-Siedlung und sogar am Ikarus-Park.

Die Vögel leben auf Balkonen und unter Solar-Anlagen und sind, wenn erst einmal ansässig, wegen ihrer Ortstreue kaum mehr wegzubringen. Dann brüten die Weibchen bis zu sechs Mal im Jahr, auch im Winter. Verbunden ist so eine Ansiedlung mit reichlich Lärm und vor allem Kot.

Was viele als Plage empfinden, kümmert andere wenig, andernfalls die Tiere nicht auf Balkonen von Wohnungen leben könnten. Dann gibt es aber auch Vogelliebhaber, die eimerweise Lebensmittelreste in den Garten oder auch auf öffentliche Grünflächen stellen, damit die armen Piepmätze nicht Not leiden müssen.

Gedeckter Tisch

Solche Hilfe ist nicht unbedingt für die Tauben gedacht, die aber bedienen sich an so einem gedeckten Tisch. Ein aufgehängter Meisenknödel dagegen wäre unproblematisch, weil Tauben in der Regel nur am Boden picken.

Bei einer Puchheimerin, die mit Essensresten das Federvieh versorgte, war das Umweltamt nach Nachbarbeschwerden schon mal vorstellig geworden und die Dame zeigte dann auch Einsicht. Ein solches Vorgehen stellt sich die Verwaltung auch nach der neuen Verordnung noch vor.

Es gäbe durchaus weitere denkbare Mittel. Der Austausch von Taubeneiern gegen Gipsduplikate, der Bau von Taubenhäusern. Die Stadt könnte sogar Abwehrmaßnahmen auf fremdem Eigentum durchsetzen, etwa Netze oder Gitter für Balkone verordnen. Und man könnte sogar Greifvögel einsetzen.

Der Wüstenbussard des Falkners zum Beispiel kennt sich ja mittlerweile in Puchheim aus. Auch seinem Wirken wird es zugeschrieben, dass die Klagen über die Saatkrähen rund um den Schopflach-Friedhof inzwischen nachgelassen haben. (Olf Paschen)

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