Beate Zschäpe: Verteidiger fordern maximal zehn Jahre Haft

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Schießanlage im Sportzentrum

Sportschützen werden zur Kasse gebeten

Die Stadt Puchheim will Nutzerkreis der Großkaliber-Schießanlage im Sportzentrum ausweiten und Gebühren erheben.

Puchheim – Die Stadt will sich um weitere Nutzer für ihre Großkaliber-Schießanlage im Sportzentrum bemühen. Mit diesem Beschluss folgte der Stadtrat einem Antrag der Unabhängigen Bürger (ubp). Außerdem soll künftig ein noch nicht näher definiertes „angemessenes Entgelt“ für die Benutzung verlangt werden.

Hintergrund der Entscheidung sind die hohen Kosten für die bereits beschlossene Sanierung der Anlage, geschätzte 450 000 Euro. Demgegenüber stehen jährliche Einnahmen von nur 4500 Euro. Die Schießstunde würde demnach nur 2,88 Euro kosten, etwas mehr als eine Einzelkarte für das Puchheimer Schwimmbad, hatten die Unabhängigen errechnet. Außerdem sind unter den Sportschützen aus vier Vereinen nach Kenntnis der ubp nur wenige Puchheimer.

Wenn man auf annähernde Kostendeckung aus sei, müsse man in Puchheim „vieles einstampfen“, fand dagegen CSU-Sprecher Thomas Hofschuster. Die Anlage werde sich nie rentieren, meinte auch Bürgermeister Norbert Seidl, selbst wenn man die Schützen stärker zur Kasse bitten würde. Umstritten war aber, ob man überhaupt andere Nutzer – Polizei, Sicherheitsdienste, Jäger – für die freien Zeiten bis 16 Uhr finden könne. Während Sportreferentin Marga Wiesner (SPD) davon ausging, dass auch ein Polizeisportverein nur am Abend schießen wolle, verwies Christine Eger (CSU) darauf, dass gerade die Polizei auch während der Dienststunden trainieren könne und müsse.

Für professionelle Schützen müsste die Anlage allerdings wegen beweglicher Ziele, wegen der höheren Geschoss-Energie der Projektile und der nicht unbedingt schadstoffarmen Munition aufgerüstet werden. Auf 20 000 Euro schätzte ein Ingenieurbüro die Zusatzkosten für veränderte Statik und verbesserte Lüftungsanlage. Angesichts der Gesamtkosten könnte dieser Zusatzbetrag aber zu verantworten sein, wenn man dadurch tatsächlich mehr Nutzer finden könne, hieß es bei der ubp.

Der Grundsatzbeschluss zur Sanierung war zwar schon im April mit Mehrheit gefallen, wurde aber ebenfalls noch einmal ausführlich diskutiert. Von einem „überteuerten Projekt für wenige Nutzer“ sprach Manfred Sengl (Grüne). Für nur etwas mehr Geld bekomme man in Puchheim-Ort fast ein neues Vereinsheim. Jean-Marie Leone (SPD) hielt das Kosten-Nutzen-Verhältnis für „grenzwertig“, aber die Nachrüstung für vertretbar, falls man zu einer besseren Auslastung komme und die Schützen tiefer in die Tasche griffen: „Wer so einen exklusiven Sport betreibt, muss eben ein bissl mehr Geld aufwenden.“

Ein „angemessenes Entgelt“ unterstützte auch Hofschuster, allerdings dürfe sich eine „Stadt dieser Größenordnung“ durchaus auch eine solche Sporteinrichtung leisten.

Anderer Meinung war dagegen seine Fraktionskollegin Sonja Strobl-Viehhauser. Sie empfahl den Nutzern, Bogenschießen zu üben statt „rumzuballern und die Luft zu verpesten“.

Dagegen wiederum verwahrte sich Sportreferentin Marga Wiesner: „Das sind keine Ballerer, sondern Sportschützen, die konzentriert schießen“. Und für die Anlage gebe es nun mal keine andere Nutzungsmöglichkeit. Außer vielleicht „Champignons zu züchten“.

Von Olf Paschen

Rubriklistenbild: © imago sportfotodienst

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