Geothermie, wie hier in Freiham, soll auch im Unterbrunner Holz entstehen.
+
Geothermie, wie hier in Freiham, soll auch im Unterbrunner Holz entstehen. In Puchheim scheiterte ein solches Projekt.

Puchheim

Überraschung bei Wahl des Umweltbeirats: Geothermie-Gegner ist raus

Eigentlich ist es eine Formalie, die Mitglieder des Umweltbeirates zu bestellen. In Puchheim kam es dabei jetzt allerdings zu einer Überraschung: Einer von 16 Kandidaten fand keine Mehrheit. Nicht einmal als Ersatzmann war er erwünscht.

Puchheim – Der Bewerber, Mitglied der Freien Wähler, war im Vorfeld des Bürgerentscheides als ziemlich kompromissloser Geothermie-Gegner bekannt geworden. Dennoch: Auch altgediente Stadträte konnten sich an keinen gleichartigen Fall in der Vergangenheit erinnern.

Die Einsetzung der Beiräte für Behinderte, Senioren und Umwelt ist normalerweise eine bloße Formalie. Der Stadtrat nickt die Liste der Bewerber ab, falls es überzählige Kandidaten gibt, werden sie als Stellvertreter gewählt. Für diesen Fall allerdings hatte die Fraktion der Freien Wähler vorsorglich eine nichtöffentliche Beratung beantragt.

Bürgermeister Norbert Seidl (SPD) ließ aber zunächst in öffentlicher Sitzung über die gesetzten Vertreter der Vereine und Verbände abstimmen und dann über die sonstigen Kandidaten eine Art Meinungsbild einholen. Ein bestimmtes Wahlverfahren ist nicht vorgeschrieben. Danach wurde unter Ausschluss des Publikums weiter beraten. Von den elf freien Kandidaten bekamen sieben einen ständigen Sitz im Beirat, drei weitere wurden als Stellvertreter gewählt. Einer fand keine Mehrheit.

Ein eigenes Vorschlagsrecht für den Umweltbeirat haben in Puchheim der Fahrradclub ADFC, der Bund Naturschutz und der Landesbund für Vogelschutz sowie der Krautgartenverein und der Verein für Gartenbau und Landespflege. Die übrigen Positionen gehen an „freie“ Kandidaten, die dennoch Mitglied in einem der Verbände sein können. Grundsätzlich wären auch Vertreter der Landwirtschaft oder vom Wasserbeschaffungsverband willkommen, deren Interesse ist aber seit jeher gering.

Thematisch abgedeckt werden soll von den Mitgliedern nicht nur der eigentliche Naturschutz, gefragt ist auch Fachwissen etwa in den Bereichen Energie, Mobilität, Tierschutz oder Umweltpädagogik. Die Bewerber sollen schulische, berufliche oder privat erworbene Kenntnisse und Erfahrungen mitbringen. Die meisten Kandidaten beließen es jetzt bei einem einfachen Bewerbungsschreiben, einige legten aber sogar Lebenslauf oder Zeugnis bei.

Satzungsgemäß ist auch der Umweltreferent des Stadtrats, seit Mai Anja Arnold von den Grünen, Mitglied. Sie muss allerdings nicht, wie in den vergangenen zwölf Jahren der heutige Zweite Bürgermeister Manfred Sengl, automatisch auch den Vorsitz übernehmen. In Sengls Zeit hat sich das Gremium eindeutig gegen den Golfplatz, für eine Baumschutzverordnung und nach einiger interner Diskussion für die Erdwärme-Förderung in Puchheim ausgesprochen. Vieles in der Beirats-Arbeit war bisher allerdings praktischer Natur. So wie zuletzt die aufwändige, systematische Erfassung aller Grüninseln in der Stadt, eine Aufgabe die kaum eine Verwaltung leisten könnte. (op)

Auch interessant

Kommentare