Natürliche Klimaanlage: Tipps zur Begrünung von Haus und Dach
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Natürliche Klimaanlage: Ein begrüntes Haus

In Puchheim

Umweltbeirat legt Entwurf für umstrittene Gartensatzung vor

Allein schon die Diskussion über eine mögliche Freiflächen-Gestaltungssatzung in Puchheim hatte für große Aufregung im Netz gesorgt. Jetzt hat der Umweltbeirat der Stadt einen Entwurf für eine solche Vorschrift ausgearbeitet.

Puchheim – Er könnte schon im Planungsausschuss Anfang Februar und dann im März im gesamten Stadtrat beschlossen werden. Dann gäbe es – bei neuen Bauvorhaben – verbindliche Vorschriften zur Durchgrünung der Grundstücke.

Nicht alles, was möglich ist und teilweise auch in Satzungen anderer Kommunen festgelegt wurde, will der Umweltbeirat auch auf Puchheim anwenden. So wird auf die Maßgabe verzichtet, generell mindestens einen Meter Abstands-Grün zu öffentlichen Verkehrsflächen zu halten und in Vorgärten auch kein kleines Holzlager einrichten zu dürfen.

Verschattung von Solaranlagen

Für kleine Grundstücke, auf denen höchstens 50 Quadratmeter unbebaute Fläche übrig bleiben, wird von einer Pflanz-Pflicht abgesehen. Sonst muss pro angefangene 250 Quadratmeter ein Laubbaum der Wuchsklasse II gepflanzt werden, erst ab parkähnlichen 750 Quadratmetern ein Stamm mit einer künftigen Größe von 20 Metern. Bereits vorhandene Bäume werden angerechnet. Strengere Anforderungen wollte man auch im Hinblick auf die mögliche Verschattung von Solaranlagen vermeiden.

Die Anhänger pflegeleichter Außenflächen könnten aber noch einige Kröten zu schlucken bekommen. Kies und Steine dürfen höchstens zehn Prozent bedecken, ausgenommen sind Zuwegungen oder Parkplätze, die aber auch auf ein Minimum zu beschränken sind. Kunstrasen ist ganz unzulässig.

Die zur Straße gelegenen Garagen- oder Carport-Wände müssen begrünt werden, wobei neben dem herkömmlichen Kletter-Efeu auch ein Holzspalier mit Rosen erlaubt wäre. Flachdächer und solche mit einer Neigung von bis zu zehn Grad sind grundsätzlich auf ganzer Fläche dauerhaft zu begrünen. Auch hier geht allerdings Sonnenenergie-Gewinnung vor.

Für künftige Autoabstell-Anlagen gilt die Formel von einem Baum pro vier Stellplätzen. Bei mehr als sechs Parkplätzen soll eine Tiefgarage obligatorisch sein.

Begrünung von Außenwänden

Daneben gibt es auch noch Regelungen zur Begrünung von langen Außenwänden von Gewerbebetrieben. Diese müssen außerdem – wie auch landwirtschaftliche Betriebe – ihr Grundstück zum öffentlichen Verkehrsraum und zum Ortsrand hin mit einem eineinhalb Meter breiten Streifen mit Sträuchern eingrünen.

Vorschriften wie die letztere gibt es schon in vielen Bebauungsplänen, die auch Vorrang vor der neuen Freiflächen-Gestaltungssatzung haben. Die wiederum soll für ganz Puchheim gelten, nicht nur für ausgewählte Bereiche.

Der Planungsausschuss des Stadtrats hatte zwar den Umweltbeirat beauftragt, einen Satzungsentwurf auszuarbeiten, ist aber nicht an das Ergebnis gebunden. In der damaligen Sitzung gingen die Meinungen darüber teilweise weit auseinander, was man privaten Bauherren zumuten dürfe oder was mindestens notwendig sei, um Puchheim nicht ganz zu versiegeln. (Olf Paschen)

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