Puchheim hat schon Grund erworben, Eichenau noch nicht

Puchheim und Eichenau ringen um Radweg

Soll Puchheim auf eigene Faust einen Radweg Richtung Eichenau bauern, der dann erst mal im Nichts endet? Darüber diskutierte nun der Planungsausschuss.

PuchheimDie Planung für eine Trasse entlang der Roggensteiner Straße könne man auf jeden Fall in Auftrag geben, ohne zu warten, bis die Eichenauerzu Potte kommen, meinte Alt-Bürgermeister Erich Pürkner (CSU). Anders als in Puchheim,das den Begleitgrund bereits erworben hat, haben bei den Nachbarn die Grundstücksverhandlungen erst begonnen.

Bürgermeister Norbert Seidl (SPD) warnte vor einem solchen Sack-Radweg, der dann zunächst am Sendemasten, auf einem Grundstück des Freistaates, enden würde. Es sei nicht abzusehen, ob man dort weiterbauen könne oder sogar eine Schleife über Olchinger Flur brauche. Zudem sei noch unklar, ob nicht der Landkreis die Route als überörtliche Verbindung akzeptiere und mithin die Kosten übernehme. Für eine Planung in einem Guss und die Komplett-Fertigstellung mit nur einer Baufirma sprach sich auch SPD-Fraktionschef Jean-Marie Leone aus.

Grüne: Es gibt bereits Verbesserungen für Radler in Puchheim

Grünen-Sprecher Manfred Sengl erinnerte dagegen an andere Teilstücke in der Stadt, die trotzdem eine Verbesserung für die Radler darstellten. Pürkner sah gerade durch einen am Funkmast endenden Stummel den Freistaat unter Zugzwang, eine Fortführung zu erlauben. Und die Vorstellung, der Landkreis würde an einer Ortsverbindungsstraße Radwege spendieren, sei schlicht „juristisch abenteuerlich“. Formal beantragen wollte der Alt-Bürgermeister einen Planungsauftrag (zunächst) aber noch nicht.

Mit Mehrheit wurde dagegen entschieden, den Rückbau der vier Fahrbahnschwellen auf der Straße Am Mühlstetter Graben genauer zu prüfen. Die Tempo-Brecher wurden in der Vergangenheit auch von vielen Radlern als zumindest hinderlich kritisiert. „Es gibt heute bessere Lösungen als diese mörderischen Teile“, fand auch Leone. Kritik kam wiederum von der CSU: In einer Spielstraße wie dem Mühlstetter Graben gelte auch für Fahrradfahrer eigentlich Schrittgeschwindigkeit. „Ohne die Huckel halten sich noch weniger daran“, meinte Fraktionschef Thomas Hofschuster.

Fahrrad-Schnellweg von München nach Fürstenfeldbruck umstritten

Und auch ein weiteres Radler-Thema war umstritten: Der Fahrrad-Schnellweg entlang der Bahnlinie von München nach Bruck. Nachdem der Brucker Kreistag eine Machbarkeitsstudie nicht mitfinanzieren will, haben die vier betroffenen S-4-Anlieger-Kommunen der Stadt München signalisiert, sich auf eigene Faust zu beteiligen.

Ein Radweg, der an der „Gärtnerei in Aubing“ enden werde, sei auch nicht der Weisheit letzter Schluss, fand Reinhold Koch (ubp). Und Pürkner prophezeite dem Bürgermeister, dass er die Radl-Autobahn nicht mehr erleben werde. „Auch wenn Sie vier Perioden durchhalten.“

von Olf Paschen

Rubriklistenbild: © dpa

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