Noch existiert es nur auf dem Papier: Das Luftschiff soll mit Hilfe örtlicher Handwerker und Bürger gebaut werden und für viele Zwecke einsetzbar sein.
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Noch existiert es nur auf dem Papier: Das Luftschiff soll mit Hilfe örtlicher Handwerker und Bürger gebaut werden und für viele Zwecke einsetzbar sein.

Puchheim

Projekt für Veranstaltungen: Luftschiff als Kino und Kochmobil

Die Stadt bekommt ein Luftschiff zum Gebrauch auf der Erde.

Puchheim - Der Kulturausschuss des Stadtrats schloss sich am Montagabend dem Votum der beratenden Kunstkommission an und befürwortete den Ankauf einer Installation des Münchner Bildhauers Markus Heinsdorff. Das Werk, es kann später als Ausstellungsraum und Begegnungsort dienen, existiert erst auf dem Papier. Errichtet werden soll es auch mit Hilfe örtlicher Handwerker und Bürger.

Der transportable Zeppelin, eine zehn Meter lange Röhre aus Aluminium und Plexiglas, verstärkt mit Holzstreben und mit Stahlseilen anleinbar, soll nach den Vorstellungen des Künstlers für viele Zwecke nutzbar sein. Ein Raumprogramm müsste zwar erst erarbeitet werden, aber das Luftschiff soll auch nach außen wirken.

Mit einer Leinwand an der Fassade ist Freiluftkino möglich, ein einhängbares Dach kann Künstlern, Vortragenden und Publikum als Wetterschutz dienen. Auch als beleuchtete Licht-Installation wäre es denkbar. Anders als bei den luxuriösen, fliegenden Vorkriegsexemplaren ist das Mobiliar einfach: Kisten und Eimer werden als Tische und Sitzgelegenheiten genutzt. Weitere Nutzungsmöglichkeit: Als Kochmobil mit Grill und Ausgabefenster für Speisen und Getränke. Einen Teil der Stromversorgung übernehmen Solar-Paneele auf dem Dach.

Da fluguntauglich, wird der Zeppelin bei Ortswechseln auf einem Anhänger transportiert. Einen festen Standort soll es nicht geben, er könnte etwa vor dem Rathaus oder dem PUC oder auch mal in der Planie parken. Auch Vereine könnten sich die verschließbare Installation möglicherweise ausleihen dürfen. Der Bezug des Werkes zu Puchheim soll in einem Workshop erarbeitet werden. Nahe liegt die Erinnerung an das ehemalige Flugfeld, wenngleich dort – soweit bekannt – keine Luftschiffe anlegten.

Heinsdorff, Jahrgang 1954, ist durch zahlreiche Projekte auch international bekannt geworden. Unter anderem schuf er in China, wo er auch Gast-Professuren übernommen hatte, das Deutsch-Chinesische Haus für die Expo in Shanghai.

Hierzulande fiel er etwa durch das Hausboot auf dem Starnberger See vor dem Buchheim-Museum auf oder durch die „Wertstoff II“ genannten mobilen Porträts auf Münchner Müllfahrzeugen. Die Anschaffung kostet 20 000 Euro, einen Teil der Finanzierung sollen nach Möglichkeit Puchheimer Firmen übernehmen. OLF PASCHEN

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