Auszeichnung „Puchheims Puls“

Puchheim vergibt Ehrenamts-Preis

Die Koordinatoren des Asylhelferkreises, eine Buchhändlerin und der gute Geist der Planie sind die ersten drei Träger der neuen Auszeichnung „Puchheims Puls“, mit der die Stadt gesellschaftliches Engagement würdigen will. Die Integrationshelfer erhalten 1000 Euro für ihr ehrenamtliches Engagement.

Puchheim– Die zweiten 1000 Euro Preisgeld teilen sich Geschäftsfrau Nicola Bräunling für ihren außergewöhnlichen Einsatz in der Kategorie „Beruf und Betrieb“ und die Rentnerin Maria Götz als „Heldin des Alltags“ in Puchheims Brennpunktviertel.

Bei einem Pressegespräch erläuterten Bürgermeister Norbert Seidl und sein auch für soziale Belange zuständiger Hauptamtsleiter Jens Tönjes die Entscheidungsgründe der Jury, die aus insgesamt 17 Vorschlägen auszuwählen hatte. Der Puchheimer Asylhelferkreis ist zwar wie viele andere im Landkreis spontan und aus persönlichem Antrieb entstanden, gilt aber allein wegen der Zahl der Betreuer und Betreuten als außergewöhnlich. Längst sind es keine 400 enthusiastische Helfer mehr, wie zu Beginn der Flüchtlingswelle, um so mehr seien die Übriggebliebenen zu würdigen, die auch gegen „Erschöpfung“ und „Desillusionierung“ arbeiteten. Bei sich selbst und bei denen, die zum Nichtstun in ihrer Unterkunft verurteilt seien. Die Integrationshelfer wirkten heute auch und vor allem an der Bewahrung des sozialen Friedens mit.

Keine Berührungsängste hat auch Maria Götz, die ihre Planie auch nicht verließ, als dort mehr und mehr Migranten hinzogen. Die 66-Jährige liest vor, kocht für die Kinder, klappert mit einer Dolmetscherin die Türen ab, um über Mülltrennung zu beraten, hilft im Quartiersbüro und so fort. „Reden und helfen statt meckern“ sei ihre Devise, heißt es in der Laudatio. Ungewöhnlich schließlich auch der Einsatz von Buchhändlerin Nicola Bräunling und ihrem kleinen Team, die trotzdem in der Stadt allgegenwärtig sind. Sei es mit Bücherkisten für die Kitas, dem Lesekoffer für die Grundschulen, oder dem Waffel-Stand am Marktsonntag für einen sozialen Zweck.

Der Preis „Puchheims Puls“ ist die kleinere Variante der Bürgerehrung und soll jährlich vergeben werden. Er geht an Einzelpersonen oder Gruppen, die „ein bisschen mehr machen als gewöhnlich, damit es den Leuten um sie herum ein bisschen besser geht,“ wie Seidl es formulierte. Der siebenköpfigen Jury gehörten außer dem Bürgermeister keine Puchheimer an, dafür aber beispielsweise Seidls Eichenauer Ex-Kollege Hubert Jung als Vertreter aus der Politik, die Bürgerstiftungsvorsitzende Dorothee von Bary (Soziales) oder die Schauspielerin Monika Baumgartner (Kultur), die allerdings bei der Vergabesitzung nur aus der Ferne mitwirken konnte. Offiziell werden die Preise bei einem großen Festakt am 4. Mai im Rathaus übergeben. 

von Olf Paschen

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