Selbst der Zaun konnte die illegale Entsorgung nicht stoppen: Der „Schuttberg“ von Puchheim soll nun nach und nach abgetragen werden, es finden sich auch Schadstoffe darin.
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Selbst der Zaun konnte die illegale Entsorgung nicht stoppen: Der „Schuttberg“ von Puchheim soll nun nach und nach abgetragen werden, es finden sich auch Schadstoffe darin.

Puchhheim

Illegale Ablagerungen teils giftig: Wilde Deponie ist bald Geschichte

Ein etwa 80 Meter langer Hügel in der flachen Landschaft von Puchheim sorgt gerade für Verwunderung. Dass er durch illegale Ablagerung von Aushub entstanden ist, ist kein Geheimnis.

Puchheim – Offenbar hat die Stadt selbst die Fläche früher dafür genutzt. Doch warum wuchs der Hügel noch weiter? Wie auch immer: Lange gibt es den Haufen nicht mehr.

Manche werden sich schon über den 80 Meter langen Hügel mitten in der flachen Landschaft gewundert haben. Südlich der Kreisstraße 11 ist über die Jahre hinweg eine bis zu vier Meter hohe Aufschüttung entstanden, die da eigentlich nichts zu suchen hat. Aber demnächst soll die künstliche Erhebung nach und nach abgetragen werden, beschloss unlängst der zuständige Fachausschuss des Stadtrats. Sie muss sogar – zumindest in Teilen – auf einer Deponie entsorgt werden. Denn an manchen Stellen in dem Erdreich finden sich hohe Schadstoff-Belastungen.

Das „Haufwerk“, so der Begriff im Fach-Deutsch, sorgte im Ausschuss für städtische Bauten für einiges Erstaunen. Erst vor 17 Jahren scheint der Hügel erstmals aktenkundig geworden zu sein. Aber wer damit begonnen hat, hier das Gelände aufzuschütten, lasse sich nicht mehr feststellen, hieß es von Seiten des Bauamts.

„Unbefugte Dritte“

Frühere Bürgermeister wurden nicht befragt, aber die Vermutung liegt nahe, dass die damalige Gemeinde Puchheim auf dem als Grünfläche ausgewiesenen Grund am Hängbüchlweg Aushub aus eigenen Baustellen lagerte. Die Stadt hat zwar von dieser Übung Abstand genommen, aber der Haufen wuchs dennoch weiter.

„Unbefugte Dritte“, hieß es zur Erklärung, nutzten offenbar die wilde Deponie, um ihr Erdreich loszuwerden. Auch ein Bauzaun konnte diese illegale Entsorgung nicht verhindern.

Im vergangenen Jahr wurde darum entschieden, den Hügel endgültig abzutragen. Um das Material andernorts weiter zu verwenden oder auf einer wirklichen Deponie zu entsorgen, musste allerdings festgestellt werden, was genau dort liegt. 24 einzelne Stichproben zeigten zwar, dass ein guter Teil des Materials gar nicht oder gering belastet ist. An immerhin drei Stellen wurde aber auch die Zuordnungsklasse Z 2 überschritten: Dort fanden sich in Spuren Blei und Arsen sowie Benzopyren und andere polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe, die eine weitere Verwendung des Erdreichs verbieten.

Der Ausschuss beschloss schließlich, die 2000 Kubikmeter Haufwerk mit ihrem geschätzten Gewicht von 3800 Tonnen in mehreren Chargen abtragen und dabei jeweils erneut untersuchen zu lassen. Die Kosten dürften bei knapp 200 000 Euro liegen. Immerhin scheint es für einen Teil des späteren Abraums einen Interessenten zu geben. Der Puchheimer Golfplatz würde wohl einen Teil des (unbelasteten) Erdreichs verwenden können. (Olf Paschen)

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