LED-Flutlicht auf Fußballplatz 

Puchheim will die Nacht zum Tag machen

Puchheim - Abends bei taghellem Licht Fußball spielen und dabei noch Strom sparen: Diese Möglichkeit will jetzt die Stadt Puchheim für ihre mit Flutlicht beleuchteten Sportanlagen prüfen.

Die Grünen hatten vorgeschlagen, die drei hauptsächlich vom FC Puchheim genutzten Plätze an der Bürgermeister-Ertl-Straße künftig mit LED-Lampen auszuleuchten und beriefen sich dabei auf ein erstes Pilotprojekt im oberpfälzischen Rieden. Die Lichtstärke sei drei Mal so hoch wie bei den herkömmlichen Halogen-Metalldampflampen, der Stromverbrauch könne um bis zu 70 Prozent sinken, begründete Grünen-Fraktionschef und Umweltreferent Manfred Sengl den Antrag jetzt im Stadtrat.

Die Kollegen wollten keine halben Sachen machen und beschlossen, eine Umrüstung aller entsprechender Masten prüfen zu lassen. Nach Sengls Worten ist nicht nur der FC Rieden, mit seiner ersten Mannschaft derzeit Viertletzter in der Kreisliga-Süd Amberg/Weiden, mit der neuen Beleuchtung hochzufrieden, die Neuerung fand sogar Aufnahme in die Zeitschrift des zuständigen Netzbetreibers Bayernwerke.

Auch der FC Puchheim, der schon lange über das schwache Licht klage, soll sich „hochgradig interessiert“ gezeigt haben. Einziger Pferdefuß ist die nicht ganz geringe Investitionssumme von geschätzten 25 000 Euro für einen Platz, der allein für sich „finanziell nicht darstellbar“ sei. Allerdings gibt es Förderprogramme von Bund und Landessportverband, die bis zu 50 Prozent der Kosten tragen könnten.

Kämmerer Harald Heitmeir hatte allerdings noch andere Zweifel. Anscheinend gebe es bisher nur einen einschlägigen Hersteller auf dem Markt, der sich entsprechend bezahlen lasse. Aber vor allem, dass die Stadt als Eigentümer des Sportgeländes die teure Umrüstung zahlen müsse, der Fußball-Club als Mieter aber von den geringeren Stromkosten profitiere, verlange dann zumindest nach einer neuen vertraglichen Regelung zwischen Stadt und Verein.

Bürgermeister Norbert Seidl hatte sogar mit seinem Riedener Amtskollegen telefoniert. Der sei zwar hochzufrieden, könne es aber auch leicht sein. Den Austausch der ohnehin veralteten bisherigen Leuchtkörper hatte dort der FC Rieden beantragt und finanziert, die Gemeinde gab einen 15-prozentigen Zuschuss. Trotz aller Vorbehalte soll aber nun ein „kenntnisreicher Ingenieur“ engagiert werden, um entsprechende Förderanträge auszuarbeiten, ohne gleich eine perfekte Planung vorlegen zu müssen. Auf Wunsch des Stadtrats soll auch die Flutlichtanlage in Puchheim-Ort mit in den Wuschkatalog aufgenommen werden.

von Olf Paschen 

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