Satzung zur Freiflächengestaltung

Puchheim will seine Grünflächen erhalten

Steine statt Bäume und Blumen – immer mehr Gärten werden gepflastert, auch in Puchheim. Gegen die Flächenversiegelung will die Stadt nun etwas tun. Eine Satzung zur Freiflächengestaltung könnte für ein grüneres Ortsbild sorgen.

Puchheim – Obwohl die Verwaltung wenig überzeugt von der Wirksamkeit solcher Vorschriften war, erteilte der Planungsausschuss des Stadtrats in seiner jüngsten Sitzung mehrheitlich einen entsprechenden Auftrag. Damit wurde einem Wunsch der Kollegen aus dem Bauausschuss entsprochen, die angesichts eines Neubaus in der Lochhauser Straße quasi die Hände über dem Kopf zusammengeschlagen hatten.

Dort, auf einem ehemaligen Metzgerei-Grundstück, ist ein Sechs-Parteien-Wohnhaus entstanden, das zur Straße hin kein Grün erlaubt. Zwar ist der Versiegelungsgrad insgesamt geringer als bei der vorherigen Nutzung, der Bauausschuss sah den Neubau allerdings als Negativbeispiel für eine Gestaltung, wie sie nicht sein sollte. Baurechtlich gibt es freilich keine Handhabe. Zuwegungen, Park- und Aufenthaltsflächen, auch Fahrrad-Abstellplätze können gepflastert sein und viel Raum einnehmen – wenn dem nicht ein Bebauungsplan entgegensteht. Ein Vorgarten ist in der Regel nicht vorgeschrieben.

Allerdings gibt es einen Umweg zu mehr Vegetation. Diesen hat beispielsweise schon die Stadt München eingeschlagen. Deren Freiflächengestaltungssatzung gibt unter anderem vor, dass Flachdächer und großflächige Außenwände zu begrünen sind. Letztere zum Beispiel mit Kletterpflanzen. Für jeweils fünf Stellplätze ist zudem ein großer Laubbaum vorgeschrieben. Zufahrten sind auf ein Minimum zu beschränken. Außerdem sollen diese in der Regel wasserdurchlässig sein.

Ob ein solches Instrument für die Stadt Puchheim hilfreich sein kann, wurde im Ausschuss von der CSU bezweifelt. Von einem großen Aufwand mit ungewissem Erfolg sprach Fraktionschef Thomas Hofschuster. Er kenne, so sagte er, auch hässliche Thujenhecken und wunderschön gestaltete Steingärten. Und in einer Einkaufsmeile wie der Lochhauser Straße brauche man keine Geschäfte mit Vorgärten, sagte Hofschuster.

Bisher sei eine solche Satzung vielleicht nicht notwendig gewesen, meinte Umweltreferent Manfred Sengl (Grüne). Die Tendenz gehe aber eindeutig in Richtung zur Ausnutzung des maximalen Baurechts und damit zur Versiegelung. Ein sogenannter Garten, den man einmal die Woche kehre, sei vielleicht pflegeleicht, meinte Marga Wiesner (SPD). Dann dürfe man sich aber auch nicht wundern, wenn bei Starkregen das Wasser in den Keller laufe. Zur Durchgrünung sei der Bebauungsplan ein besseres Werkzeug, widersprach Hofschuster.

Bevor sie einen Satzungsentwurf vorlegt, will die Stadtverwaltung noch einmal die möglichen Optionen, die Puchheim zur Verfügung stehen, zusammentragen. In diesem Zusammenhang solle auch geprüft werden, ob ein solches neues Ortsrecht für ganz Puchheim gelten soll oder nur für Bereiche, in denen es besonders notwendig erscheint.

Von OLf Paschen

Rubriklistenbild: © dpa

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