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Saatkrähen sind in Puchheim ein großes Ärgernis (Symbolfoto)

Bekämpfung wird ausgeweitet

Puchheim darf ab Herbst Wüstenbussarde an der Hauptkolonie der Saatkrähen einsetzen

Die Stadt darf im kommenden Winter nun auch am Rande der Saatkrähen-Kolonie im Schopflach-Friedhof Raubvögel einsetzen.

Puchheim – Dies ist das Ergebnis eines Vergleichs, den Stadt und Regierung von Oberbayern auf Vermittlung des Verwaltungsgerichts vereinbart haben. Außerdem schließt die Oberste Naturschutzbehörde in der Regierung erstmals eine generelle Vertreibung der streng geschützten Rabenvögel aus ihrem seit 2011 bezogenen Quartier nicht mehr aus. Damit ist die Klage gegen die Regierung erledigt, Puchheims Wünsche wurden weitgehend erfüllt.

Bislang hatten die behördlichen Naturschützer Vergrämungsmaßnamen nur nach und nach und sehr restriktiv erlaubt. Die Stadt probierte zahlreiche mehr oder minder taugliche Mittel zur Vertreibung aus, ehe auch durchgreifendere Maßnahmen – Abbau von Nestern, Entnahme von Eiern, Alarmrufe vom Lautsprecher – genehmigt wurden. Schließlich durfte auch ein Falkner mit seinen Greifvögeln ans Werk, allerdings nur, um die Ausbreitung in Splitterkolonien zu verhindern.

Zu einer totalen Kehrtwende konnte sich die Regierung aber noch nicht durchringen. Auch ab dem kommenden Herbst dürfen Wüstenbussarde nur an Allinger Straße und Ihleweg aufsteigen, bei „erheblichen Störwirkungen“ auf das Koloniezentrum ist der Einsatz laut Vergleichstext abzubrechen. Und die Vertreibung der Hauptkolonie wird nur „langfristig“ in Aussicht gestellt – und nur, wenn ein „etablierter“ Alternativ-Standort gefunden ist.

Der allerdings ist wieder in weite Ferne gerückt. Denn das menschenferne Wäldchen an der Eichenauer Straße, das als ideales Exil galt, scheint inzwischen kein passendes Ausweichquartier mehr. Noch Anfang Februar gab es dort 32 Nester, inzwischen sind es nur mehr zwölf. Brutaktivitäten gab es keine. Starke Winde im Februar oder in der Nähe brütende Mäusebussarde könnten die Zuzügler wieder vertrieben haben. Schlechte Nachrichten auch vom Zentrum der Krähen-Population. Die Gesamtzahl der Nester am Friedhof und im Nachbarwäldchen hat sich gegenüber dem Vorjahr um 75 wieder auf 315 erhöht.  op

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