Zwölf neue Tafeln für den Puchheimer Geschichtspfad.
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Die Geschichte soll die Verbindung zur Heimat stärken. Auch wenn Puchheim-Bahnhof ein vergleichsweise junger Stadtteil ist, gibt es viel zu lernen

Geschichtsprojekt

Zwölf Tafeln entführen in die Puchheimer Vergangenheit

Es ist ein Projekt, das bereits eine der höchsten Auszeichnungen der Stadt erhalten hat: der Geschichtspfad des Kulturvereins „D’Buachhamer“ aus Puchheim-Ort. Nun gibt es ihn in der ganzen Stadt.

Puchheim – Puchheim-Bahnhof hat nun auch einen Geschichtspfad. Auf zwölf Tafeln können sich Interessierte über Geschichte, Entwicklung und die Gebäude des Stadtteils informieren. „Den Puchheimern wird die Geschichte im Vorbeigehen an den Orten des Geschehens vor Augen geführt“, sagt Johann Aichner. Er und seine Mitstreiter vom Kulturverein d’Buachhamer setzten das Projekt um.

Bereits im vergangenen Jahr startete der Geschichtspfad mit zehn Tafeln in Puchheim-Ort und kam dort so gut an, dass ihn der Verein fortsetzte. „Durch die vielen Zuzüge in Puchheim-Bahnhof ist es besonders wichtig, dass die Leute sich über die Geschichte der Stadt informieren können. Wir hoffen, dass durch das Projekt die Verbundenheit der Bürger mit der Stadt steigt“, sagt Aichner.

Während Puchheim bereits im Jahr 950 erstmals urkundlich erwähnt wurde, ist der Stadtteil Bahnhof mit seinen 150 Jahren verhältnismäßig jung. Dennoch sei seine Geschichte interessant und wichtig, so Aichner.

Tafeln werden feierlich der Öffentlichkeit präsentiert

Bei der feierlichen Präsentation der Tafeln am Samstag am Grünen Markt beschrieb Bürgermeister Norbert Seidl die drei „Schichten“, die Puchheim-Bahnhof für ihn ausmachen. Die erste Schicht sei die Moorschicht. Die ersten Leute siedelten sich nämlich dort an, um Torf und Moos zum Heizen zu sammeln. Als zweite Schicht folge die Müllschicht, denn in Puchheim wurde von 1898 bis 1949 der Münchner Hausmüll recycelt. Schließlich kamen die Reihen- und Hochhäuser obendrauf. „Unsere Aufgabe ist es, diese drei Schichten zu kennen, zu pflegen und zu wertschätzen“, so Seidl.

Dazu trage der Geschichtspfad bei, der darüber und über zahlreiche weitere Dinge wie das ehemalige Kriegsgefangenenlager, das Kulturzentrum PUC oder die Entwicklung der Kirchengemeinden Auskunft gibt. „Hier war aber beispielsweise auch der erste Flugplatz Süddeutschlands, und zu den Flugshows, die dort stattfanden, sind regelmäßig 50 000 Besucher mit Sonderzügen gekommen. Solche Geschichten finde ich einfach zu spannend, als dass sie in der Schublade liegen sollten“, erklärt Vereinsvorsitzende Marianne Schuon.

Bei Besuchern kommt das Projekt gut an

Marianne Schuon, Vorsitzende von „d’Buachhamer“, findet etwa die Geschichte des Flugfeldes besonders spannend.

Den ersten Besuchern gefiel das Projekt. „Es ist alles gut beschrieben. Ich habe zwar schon einiges gewusst, aber manches ist neu für mich“, sagt Rosemarie von Derschau. Auch Horst Steiner lobt: „Sie haben das Wesentliche getroffen. Und es ist wichtig für die Identifikation, dass die Bürger wissen, was in ihrer Heimat passiert ist.“

Seit 2018 haben die Aktiven des Vereins an dem Geschichtspfad gearbeitet. Aber die Idee sei schon viel älter gewesen, sagt Aichner. „Vor zehn Jahren ist sie entstanden und nicht recht von der Stelle gekommen.“ Die Initialzündung war dann die Feier zum 90-jährigen Bestehen der Kirchengemeinde Maria Himmelfahrt, zu der die erste Tafel präsentiert wurde. Quellen waren das Pfarr- und das Gemeindearchiv, Material des Vereins und „Johann Aichner, der unglaublich viel über die Geschichte des Ortes weiß“, sagt Schuon.

Geschichtspfad ist damit abgeschlossen

Wenn in dieser Woche die Tafeln in Puchheim-Bahnhof an den Stationen aufgehängt werden, ist der Geschichtspfad abgeschlossen. Die 22 Schilder in beiden Ortsteilen sind nummeriert und enthalten neben kurzen Texten auch Fotos sowie einen Übersichtsplan mit allen Stationen.

In Puchheim-Bahnhof erstreckt sich der Geschichtspfad über 4,5 Kilometer, im Altort sind zehn Tafeln, die im Abstand von 2,5 Kilometer stehen, zu entdecken. Insgesamt sei man mit dem Fahrrad sicherlich einen Nachmittag unterwegs, meint Aichner. Aber danach kenne man die wichtigsten Entwicklungen und Einrichtungen des Ortes.

Weitere Nachrichten aus der Stadt Puchheim finden Sie hier.

Andreas Schwarzbauer

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