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Ein Refugium für Tiere und Pflanzen: Neben einer Wiese, die nur einmal im Jahr gemäht wird, heimischen Sträuchern fürs Niederwild und Altholz für Pilze und Insekten, legten Mitglieder der Jagdgenossenschaft Puchheim auch eine Steinmauer an. Diese soll Insekten und Reptilien anlocken. Kreisobmann Georg Huber (2.v.l.) hat das Gelände gepachtet.

In der Nähe des Schiessl-Anwesens

Bauern und Jäger legen Biotop an

Landwirte, Jäger und Stadt ziehen an einem Strang. So ist nahe des Schießl-Anwesens in Puchheim-Ort ein Biotop entstanden, das vielen heimischen Pflanzen und Tieren wertvollen Lebensraum bietet.

Puchheim-Ort – Gut 0,6 Hektar ist das Areal groß, das Georg Huber, Kreisobmann und Vorsitzender der Jagdgenossenschaft Puchheim-Ort, gepachtet hat. Bereits im vergangenen Frühjahr fingen er und seine Jagdkumpanen mit der Umwandlung der Grünfläche in ein Biotop an. Sie pflanzten heimische Sträucher wie Hartriegel, Pfaffenhütchen, Holler, Sanddorn, Weißdorn, Heckenrosen und Schlehe. Um sie vor Verbiss zu schützen, sind die Büsche derzeit noch eingezäunt. Doch, wenn sie kräftiger herangewachsen sind, sollen sie selbst als natürliches Schutzschild dienen – für die dahinter liegende Wiese.

Die Sträucher und die Wiese, die laut Huber nur einmal im Jahr gemäht wird, bieten Niederwild wie Hasen, Fasanen und Rebhühnern aber auch Rehen ein natürliches Rückzugsgebiet. Eine Steinaufschüttung soll besonders wärmeliebende Insekten und Reptilien anlocken, für Pilze und Insekten schichteten die Jagdgenossenschaftsmitglieder Altholz auf.

„Viele wissen leider nicht, wie wichtig dieser Lebensraum für Wildtiere ist.“

„Die Stadt Puchheim hat das Projekt indirekt mitfinanziert und auf die Jagdpacht verzichtet – die positive Zusammenarbeit mit Bürgermeister Norbert Seidl kann ich in diesem Zusammenhang nur loben“, sagt Huber. Darüber hinaus zeigt die Biotopfläche, was entstehen kann, wenn Landwirte, Flurbereinigungs- und Jagdgenossenschaft sowie Jäger konstruktiv zusammenarbeiten und an einem Strang ziehen. „Es kostet zwar Überzeugungsarbeit und man muss dranbleiben und viel reden, aber letztlich zählt doch das Ergebnis“, freut sich Huber.

Jagdpächter Tassilo Trauner betreut das Jagdgebiet, das 640 Hektar umfasst, seit sieben Jahren. „Die kleinstrukturierte Puchheimer Landwirtschaft kommt dem Projekt sehr entgegen“, sagt er. „Solche Biotopflächen halten das Wild aus dem Holz raus und fördern die Artenvielfalt“, erklärt er weitere Vorteile.

Doch nicht nur die neue Biotopfläche liegt Landwirt Huber am Herzen: Ganz abseits vom Greening, bei dem Landwirte Entschädigungszahlungen erhalten, sät der Kreisobmann an einigen seiner Ackerränder freiwillig und ohne finanzielles Zuckerl vom Staat sechs Meter breite Blühstreifen an. „Die bleiben nach der Feldernte stehen und werden nicht abgemäht, damit das Niederwild weitere Rückzugsmöglichkeiten hat“, erklärt der Landwirt.

Oft kommt er an diesen Blühstreifen mit Hundehaltern ins Gespräch. „Leider muss ich es immer wieder erklären, wie wichtig es ist, dass die Hunde darin nicht herumstöbern dürfen.“ Die meisten Hundehalter seien aber einsichtig, bloß: „Viele wissen halt leider nicht, wie wichtig dieser Lebensraum für die Wildtiere ist.“

von Angi Kiener

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