Eine runde Sache: Christa Tucci hat aus Stoffen und Papier verschiedenen Bahnen geschaffen und daraus dann Kugeln gefertigt. Kurt Wieser lässt sich die Hintergründe zu dem Werk erklären

Puchheimer Kultur aus der Bahn

Puchheim – Stoffbahnen, die Bahn als tatsächlicher Zug oder als Metapher für den Lebensweg, aus dem man geworfen werden kann: Der Puchheimer Kulturverein zeigt in seiner Ausstellung „Aus der Bahn“ wie vielfältig der Begriff ausgelegt werden kann.

An die Bahn, die bisweilen mit ihren Verspätungen für Ärger sorgt, hat Monika Scheliga gar nicht gedacht, als sie ihre „Ameisen“ gemalt hat. In Übergröße kriechen die Insekten über die weiße Leinwand, die neben zahleichen anderen Werken Puchheimer Künstler im PUC hängt. Aber ihr Bild ist schon auch deswegen entstanden, weil sie sich geärgert hat – und zwar über Ameisen auf ihrer Terrasse, „Ich habe immer wieder versucht, sie aus der Bahn zu bringen, umzulenken“, erzählte die 70-Jährige bei der Vernissage. Gelungen sei ihr das aber nicht.

Einzelne Tiere hätten zwar versucht, eigene Wege zu finden. „Aber als Gruppe haben sie sich nicht aus der Bahn werfen lassen.“ Das habe sie zu dem Bild motiviert. Das allein beweist laut Elke Paulus, Vorsitzende des Kulturvereins, wie verschieden ein simpler Begriff wie „Bahn“ ausgelegt werden kann. „So vielfältig wie die Menschen und wir Künstler eben sind“, so Paulus.

Jeder Künstler habe völlig frei an das Thema herangehen können. Installationen, Fotografien – unter den 36 Werken ist alles vertreten. Barbara Saatze etwa vermittelt in ihrer Acrylmalerei die tatsächliche Enge in einem Zug. Ulrike Wörner hat hingegen Menschen fotografiert, die aus der Bahn geworfen wurden und am unteren Ende der Gesellschaft gelandet sind.

Das Gegenteil davon, also wieder in die Bahn kommen, hat Christian Dialer dargestellt. Seine Recycling-Figur sieht ein wenig aus, als sei sie einem Science-Fiction-Fim entsprungen. „Ich habe verschiedene Formen und Materialien in eine Bahn gebracht“, erklärt der Künstler. An die Bahn, die auf Schienen fährt, habe er bei der Themenstellung nie gedacht, so der 56-jährige Emmeringer. Auf einem Druck, seinem zweiten Ausstellungsstück, spielt er mit Worten, weist darauf in verschiedenen Schriftelementen hin, in welche Worthülsen der Begriff „Aus der Bahn“ schlüpfen kann. (hk)

Die Ausstellung „Aus der Bahn“ ist noch bis 23. Oktober im PUC zu sehen. Geöffnet ist am Montag, Dienstag, Donnerstag und Freitag von 8 bis 12 Uhr und am Dienstag von 14 bis 16 Uhr sowie donnerstags von 14 bis 18 Uhr. Samstag und Sonntag können die Werke von 14 bis 17 Uhr betrachtet werden.

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