Büffeln zuhause: Dafür braucht es in der Corona-Krise auch technische Möglichkeiten. Foto: dpa

Corona-Krise

Puchheimer Software bringt Schulunterricht nach Hause

  • Andreas Daschner
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Homeschooling ist während der Corona-Krise ein großes Thema. Die Puchheimer Firma Seventythree Networks hat eine Software programmiert, mit der der Unterricht von und nach zuhause für Lehrer und Schüler unkompliziert möglich gemacht wird.

Puchheim – 

Die Software „Schuladmin“ der Puchheimer Firma gibt es schon geraume Zeit. Das Unternehmen wurde bereits im Jahr 2000 gegründet. „Recht schnell bekamen wir dann eher zufällig eine Anfrage von einer Schule“, erzählt Co-Geschäftsführer Farbod Fateminejad. Dabei habe man festgestellt, dass es keine einheitliche Lösung für das Management der IT an einer Schule gegeben habe. Also haben sich die Puchheimer selbst ans Werk gemacht und „Schuladmin“ entwickelt.

Die Technik, die dahinter steht, sind die sogenannten „Remote Desktop Services“ – kurz: RDS. „Das ist eine komplizierte Technik, die den Zugriff auf entfernte Computer ermöglicht“, erklärt Fateminejad. Konkret heißt das, dass die Rechner in einer Schule ebenso miteinander vernetzt werden können, wie mit privaten Rechnern zuhause. Mit der Software „Schuladmin“ lasse sich die RDS-Technik auf einer einfachen Benutzeroberfläche intuitiv bedienen.

„Unsere Software ist seit Jahren bereit für Homeschooling“, sagt der Geschäftsführer. Mit der Corona-Krise und der damit verbundenen Schließung der Schulen sei die Nachfrage nach der Software gestiegen. Generell seien an den Schulen Remote-Lösungen mehr gefragt, so zum Beispiel auch Chat-Programme. Was das Homeschooling dabei besonders erleichtert, ist laut dem Geschäftsführer die Tatsache, dass das Programm unabhängig vom Betriebssystem des Nutzers und von der Leistung des Rechners ist.

Auf einem Server wird ein Desktop wie auf einem normalen PC angeboten. Dazu muss die Software nicht auf dem eigenen Rechner installiert werden. Per kostenloser App wird lediglich eine Verbindung zum Server hergestellt. „Die einzige Voraussetzung ist: Das Internet muss funktionieren, und es sollte mindestens eine Breitbandverbindung sein“, sagt Fateminejad. Ein weiterer Vorteil dieser Lösung sei, dass der Datenschutz gewährleistet sei. „Alle Daten bleiben auf dem Server der Schule und sind nicht in irgendeiner Cloud.“

Ausgerechnet im eigenen Landkreis musste sich Seventythree Networks aber teilweise von der Konkurrenz aus anderen Landkreisen ausstechen lassen. An den weiterführenden Schulen kommt die Puchheimer Software nämlich nicht zum Einsatz. „Das war eine politische Entscheidung, eine Firma aus Ebersberg erhielt den Zuschlag“, sagt Fateminejad. Allerdings werde das Programm an einigen Grund- und Hauptschulen im Landkreis verwendet.  ad

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