Alterserscheinung

Puchheimer Turnhallen sind marode

Puchheim - Klare Beschlüsse gibt es noch nicht, aber alles läuft darauf hinaus: Die Turnhallen am Schulzentrum in Pucheim sind derart sanierungsbedürftig, dass der Kreis kaum um Abriss und Neubau herumkommen wird.

Vorsichtige Schätzungen gehen von Kosten in Höhe von zwölf Millionen Euro aus. Landrat Thomas Karmasin (CSU) sprach daher im zuständigen Kreis-Kulturausschuss von einem „gigantischen Batzen“, dessen Volumen ihn selbst überrascht habe. Angesichts der Umstände sehe er aber wenig Alternativen zur großen Lösung mit dem Neubau. Im Ausschuss wurde das Thema jetzt nur zur Kenntnis genommen, der Kreistag soll entscheiden.

 Auch Finanzreferent Johann Thurner (FW) aber sprach schon jetzt davon, dass nach Ansicht der Dinge letztlich alles auf die Neubau-Variante zulaufe. Problem: Die Verschuldung des Kreises würde enorm steigen. Wie das Kreis-Baureferat erläutert, weisen die Dreifach-Halle des Gymnasiums (Baujahr (1976) und die Einfach-Halle der Realschule (1979) altersbedingt erheblichen Sanierungsbedarf auf. Das betreffe sämtliche haustechnischen Gewerke (Heizung, Lüftung, Sanitär, Elektrotechnik) sowie den energetischen Zustand der Hallen.

Die Dachkonstruktion sei statisch komplett ausgelastet. Aus Brandschutzgründen dürfen die Hallen praktisch nicht als Versammlungsstätte genutzt werden – das schmerzt die Schulen in vielerlei Hinsicht, unter anderem bei Prüfungen, wie in der Sitzung deutlich wurde. Die Regierung von Oberbayern hat außerdem einen Bedarf von fünf Halleneinheiten statt der jetzt vorhandenen vier festgelegt. Sprich: Angesichts der Schülerzahlen fehlt eine Halle.

Tatsächlich kann die Realschule im Moment nicht die geforderten Sportstunden anbieten, wie ein Sprecher der Schule in der Sitzung anmerkte. Nach ersten Einschätzungen könnte erst die Einfach-Halle abgerissen und durch eine neue Zweifach-Halle ersetzt werden. Dann würde die große Halle abgerissen und durch eine neue Dreifach-Halle ersetzt. Die neuen Hallen könnten für Versammlungen genutzt werden, sie wären barrierefrei und der Eingangsbereich zum Gymnasium könnte neu gestaltet werden.

Noch ausstehend ist die Einschätzung des Zuschussgebers (Regierung von Oberbayern) zur Wirtschaftlichkeit der Neubau-Idee. Die Puchheimer Hallen waren zuletzt in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt, weil dort Asylbewerber notdürftig untergebracht werden mussten. Nachdem die Flüchtlinge anderweitig umgezogen sind, sind die Hallen wieder im Schulbetrieb, mussten neulich aber wegen Wassers auf dem Dach vorübergehend sicherheitshalber gesperrt werden – die Statik galt als gefährdet. Mit dem Thema Asyl habe die Sanierungsdebatte jetzt nur insofern zu tun, als im vergangenen Jahr in der Kreisbehörde aus personellen Gründen praktisch niemand Zeit hatte, sich mit dem Thema eingehend zu befassen, sagte eine Sprecherin der Kreisbehörde auf Nachfrage.

Der jetzt zu besprechende Sanierungsbedarf habe mit der vorübergehenden Asylnutzung nichts zu tun. Der Kreistag will sich am 28. Juli um 15 Uhr mit dem Thema befassen. Die Sitzung ist öffentlich. (st)

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