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Trend bereitet Sorgen 

Puchheims Einkaufsmeile verliert Geschäfte

Mehr und mehr Geschäfte wandern aus der Lochhauser Straße in Puchheim ab. Auch in der Gastronomie scheint sich der Trend abzuzeichnen. Die Stadt will die Entwicklung gezielter steuern.

Puchheim – Aus dem Schneideratelier wurde ein Büro, aus dem Brillenhaus eine Tierarztpraxis, ins Teelädchen kommt vielleicht eine Kinderbetreuung – Puchheims Einkaufsmeile, die Lochhauser Straße, verliert mehr und mehr Geschäfte. Ob man diesem Trend entgegensteuern kann, und wenn ja wie, diskutierte jetzt der Planungsausschuss des Stadtrats. Erörtert wurde etwa, ob ein Bebauungsplan für die gesamte Straße und nicht nur Teilabschnitte, mit dem beispielsweise Wohnungen im Erdgeschoss ausgeschlossen werden könnten, Sinn machen würde. Eine andere Idee war, die Grundstückseigentümer – eventuell mit Hilfe externer Planer – zu motivieren, selbst Vorschläge für eine Aufwertung der Straße zu entwickeln.

Das Thema hatte die CSU-Fraktion aufgeworfen, die nicht nur alarmiert von den bisherigen Geschäftsumwandlungen war, sondern weitere Schließungen auch in der Gastronomie kommen sieht. Ins „Cafenium“ ziehe voraussichtlich ein Versicherungsbüro, sogar ein Traditionshaus wie die Gaststätte Göbl könnte dichtmachen. Wenn aber immer mehr Läden und Kneipen schließen und durch Büros oder Praxen ersetzt werden, verliere das „Einkaufsumfeld“ weiter an Attraktivität. Ein Teufelskreis, dem die Stadt nicht untätig zusehen könne.

Allein, was tun? Die „Erhaltung und Entwicklung verbrauchernaher Versorgung“ erlaubt es einer Kommune, per Bebauungsplan bestimmte Nutzungen auszuschließen, berichtete Katharina Reichel vom Bauamt. Eine Komplett-Überplanung zwischen Bahnhof und Bäumlstraße sei allerdings ein „großes Werk“. Außerdem lassen sich zwar einige Anbieter verhindern, nicht aber andere zur Ansiedlung zwingen. Die Folgen einer solchen Regulierung könnten weitere Leerstände sein. Diese würden allerdings steuerlich nicht immer von Nachteil für den Eigentümer sein, wie Reinhold Koch (ubp) feststellte. Jean-Marie Leone (SPD) zweifelte, ob die Stadt tatsächlich das Einkaufsverhalten der Menschen steuern könne. Und gerade in der Lochhauserstraße sei man mit Aufwertungsplänen schon „baden gegangen“, weil die Grundstückseigentümer nicht mitzogen. Das aber auch deshalb, weil man damals den Betroffenen „rigoros“ Pläne vorgesetzt habe, statt sich um einen Dialog zu bemühen, sagte Thomas Hofschuster (CSU). Solche Gespräche seien auch Chefsache, meinte sein Fraktionskollege Erich Pürkner: Die Eigentümer würden erwarten, dass der Bürgermeister persönlich die Vorhaben der Stadt vortrage und das mehrfach. Eigentlich müsse es im Interesse der Betroffenen sein, dass die Lochhauserstraße nicht mehr und mehr verkomme, fand dagegen Max Keil (ubp): „Wenn unten die Schwammerl wachsen, will auch keiner drüber wohnen.“

Für Bürgermeister Norbert Seidl (SPD) wäre ein Dienstleister ebenso willkommen wie ein Buchladen: „Aufenthaltsqualität kann ich auch mit einem Tattoo-Studio oder einem Hundesalon schaffen.“ Nur Wohnungen im Erdgeschoss würde er ebenfalls ausschließen. Und ubp-Mann Koch ist „eine Kinderkrippe im Teeladen immer noch lieber als ein Leerstand“. Bürgermeister Seidl versprach abschließend, eine „road map“, also einen Plan, für das weitere Vorgehen in der Lochhauser Straße zu erarbeiten. (Olf Paschen)

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