Nordkorea erneut von Erdbeben erschüttert

Nordkorea erneut von Erdbeben erschüttert
Eine Saatkrähe füttert ihren Jungvogel im Nest: So weit soll es teilweise gar nicht kommen, wenn es nach dem Puchheimer Umweltausschuss geht.  

Antrag an Obere Naturschutzbehörde

Saatkrähen: Puchheim will Nester leeren

Puchheim – Die Stadt Puchheim will verstärkt gegen die Saatkrähen im Schopflacher Wald und in der Splitterkolonie an der Sprengerinstraße vorgehen. Es sollen Netze gespannt und Eier aus den Nestern genommen werden.

Bei der Oberen Naturschutzbehörde soll beantragt werden, den Tieren mit Netzen und (vereinzelter) Ei-Entnahme aus den Nestern das Brüten schwer zu machen. Das beschloss der Umweltausschuss des Stadtrats. Auf den Einsatz von Raubvögeln wird zunächst verzichtet.

Nach dem Bürgerprotest in diesem Jahr – mehrere hundert Anwohner der Hauptkolonie am Friedhof hatten auf wirksamere Vergrämungsmaßnahmen gedrängt – bat das städtische Umweltamt die Regierung von Oberbayern um Hilfe. Dort sitzen zwar die Fachleute, die über die Zulässigkeit verschiedener Mittel Auskunft geben könnten, aber offenbar nicht die schnellsten Beamten. Innerhalb von zwei Monaten gelang es den dortigen Naturschützern nicht, ein Schreiben zu beantworten, auch telefonische Rückfragen blieben ergebnislos.

Interessant zu wissen wäre zum Beispiel, welche Ausweichquartiere für die unter strengem Artenschutz stehenden Tiere geeignet wären, wenn man sie denn vertreiben könnte. Oder wie die Vereinbarungen mit Förstern, Jägern und Grundbesitzern auszusehen hätten, die künftig mit einer Krähenkolonie konfrontiert wären. Da es keine Erläuterungen gab, will die Stadt nun aufs Geratewohl eine „artenschutzrechtliche Ausnahme“ für den Kampf gegen die Krähen beantragen.

Die Regierung soll Vogelschutznetze über den nahe der Bebauung gelegenen Bäumen und den Eier-Diebstahl genehmigen. Letzteren allerdings nur in begrenzter Form, damit die Muttertiere nicht wieder für Nachschub sorgen.

Die Neusiedler an der Sprengerinstraße sollen zudem solange mit Drohnen terrorisiert werden, bis sie freiwillig umziehen. Ziel ist, die Zahl der Tiere – in der Aufzuchtzeit geschätzt 1000 – zu reduzieren und gerade in den anwohnernahen Brutgebieten für etwas Entspannung zu sorgen.

Eine Maximallösung ist noch nicht aus dem Spiel, käme aber für die nächste, im Spätwinter beginnende Saison zu spät: Ein Falkner, der mit sechs Bussarden und Falken anrückt und mit tödlichen Mitteln Umzugshilfe leistet. Mit dem von der Bürgerinitiative vorgeschlagenen Experten hat das Umweltamt bereits Gespräche geführt. Der Mann müsste allerdings für fünf Jahre beauftragt werden, um Erfolg zu garantieren Die Kosten sind nicht gering.

Außerdem fehlte es bisher an einem geeigneten Ausweichgelände. Das könnte sich jetzt leichter finden lassen. Denn die Stadt Germering hat Grundstücke auf Puchheimer Flur am Parsberg und würde einen Antrag an die Obersten Naturschützer mittragen. Auch die Germeringer haben inzwischen eine (kleinere) Saatkrähenplage. Dort hat sich die Kolonie, vermutlich eine von Puchheim ausgehende Neugründung, in zwei Jahren auf 32 Nester verdoppelt.

Gesundheitsgefährdung durch Vogelkot?

Auch eine andere Behörde tat sich anfangs schwer mit Anfragen aus Puchheim. Die Verwaltung hatte ein Schreiben der Unabhängigen Bürger an das Staatliche Gesundheitsamt in Bruck weitergeleitet, in dem nach möglichen Gesundheitsgefährdungen durch Krähenkot – etwa für spielende Kinder – gefragt wurde. Um zu antworten, sei ein offizieller Beschluss der Puchheimer Gremien erforderlich, ließen die Amtsmediziner wissen. Aber noch bevor der Umweltausschuss jetzt eine korrekte Anfrage beschließen konnte, hatte der Bürgermeister nun doch schon Nachricht aus Bruck. Ergebnis: Gefahren für den Menschen seien immer abhängig von der Konzentration möglicher Erreger im Kot und von der Art und Intensität des Kontakts mit solchen Hinterlassenschaften. Auf jeden Fall sei es immer gut, sich anschließend die Hände zu waschen. Durch die Krähen sieht das Amt keine gesteigerte Gefährdung. (op)

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