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So stellt sich das Gewinner-Architekturbüro Auer Weber aus München die neue Stadtmitte in Puchheim vor

Stadtentwicklung

So soll Puchheims Stadtmitte aussehen

Der Realisierungswettbewerb der Stadt Puchheim für ihr neues Stadtzentrum hat einen Gewinner. Das Architekturbüro Auer Weber aus München konnte die Jury überzeugen. Doch bis zum Baubeginn dauert es noch ziemlich lang.

Puchheim – Drei langgestreckte, relativ flache Baukörper, nur noch überragt von der Alten Schule – so sollen die drei Neubauten für Bücherei, Musikschule und Volkshochschule in Puchheims künftigem Stadtzentrum aussehen. Dieser Siegerentwurf des Münchner Architekturbüros Auer Weber sowie vier weitere, in die engere Wahl gekommene Ideen aus dem Realisierungswettbewerb wurden nun offiziell vorgestellt. Der Vorsitzende des Preisgerichts, der Münchner Architektur-Professor Ulrich Holzscheiter, nannte das Gewinner-Modell ein bravouröses Projekt und einen richtig großen Wurf.

Frühere Lehranstalt von Bedeutung

Die Jury, bestehend aus vier Architekten und drei Politikern, brüteten einen ganzen Tag lang über den zwölf anonym eingereichten Vorschlägen. Am Ende votierten sie schließlich einstimmig für die von Auer und Weber entwickelte Gestaltung. Dass die Alte Schule das gesamte Ensemble dominiert, gilt beim Siegerentwurf als besonders gelungen. Denn die frühere Lehranstalt sei zwar kein Baujuwel, aber für die Ortsgeschichte von Bedeutung, meinte Holzscheiter.

Dadurch, dass nur zwei Geschosse geplant sind, wird zwar viel Fläche verbraucht, aber auf einem kontaminierten Planie-Boden falle die Versiegelung nicht so ins Gewicht. Auch Bürgermeister Norbert Seidl lobte den behutsamen Umgang mit dem Bau aus den zwanziger Jahren: Trotz der Nähe zu den modernen Gebäuden werde die Alte Schule nicht erdrückt. Dem Rathaus-Chef gefielen auch die vor den Außenwänden angebrachten Holz-Fassaden, die in der abschließenden Jury-Würdigung allerdings auf Kritik stießen: Diese Lamellenstruktur könnte einer Logik der Form entbehren und als Blendwerk erscheinen. Der siegreiche Münchner Architekt Moritz Auer sprach von der Alten Schule als einem wichtigen Spieler, der in Dialog mit den neuen Nachbarhäusern trete.

Zu wenig Fahrradabstellplätze

Im Einzelnen gab es aber auch Kritikpunkte: Die lange Gebäudefront an der Adenauerstraße, die unzureichenden Fahrradstellplätze und eine nur geringe Aufenthaltsqualität in der Bildungshof genannten Freifläche zwischen den Bauten. Dafür erkannten die Preisrichter an, dass der VHS-Veranstaltungsraum im Obergeschoss eine gewisse Erhabenheit gewinne. Sie lobten außerdem die mögliche Dachterrasse und die flexible Zonierung der Bücherei, die eine impulsgebende Bibliotheksarbeit möglich mache.

Die künftigen Nutzer waren in die Diskussion ebenfalls eingebunden und sollen von dem Siegerentwurf außerordentlich angetan sein. Positiv überrascht zeigten sich Stadt und Architekten von der Vielfalt der eingereichten Entwürfe, darunter sogar einer aus Italien. Die Vorschläge umfassten einen bis drei Baukörper mit jeweils zwei bis sechs Stockwerken. Auch die Ideen der Landschaftsplaner, die das künftige Parkdeck der Tiefgarage in ihre Planungen mit einbezogen hatten, zeugten von Originalität.

Mehr im nächsten Jahr

Damit sei auch die Befürchtung widerlegt, die Stadt habe mit ihrem Masterplan für die neue Mitte zu enge Vorgaben gemacht. Der Wettbewerb habe sich rentiert, meinte Seidl. Auch für die fünf prämierten Büros, die sich ein Preisgeld von insgesamt 85 000 Euro teilen.

Von Terminen für Baubeginn oder gar Fertigstellung war noch nicht die Rede. Der Stadtrat soll im kommenden Jahr den endgültigen Bebauungsplan beschließen, dann beginnt die Feinplanung. Ob sie die Realisierung noch erleben werde, hatte eine Architektin den Rathaus-Chef gefragt. Das hänge von ihrer Lebenszeit ab, scherzte Seidl. (op)

Zur Info

Die Puchheimer können sich noch bis einschließlich 5. Juli in der Galerie des Kulturzentrums PUC ein eigenes Bild von allen eingereichten Entwürfen machen.

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