Aktionsplan

So sollen Kinder Puchheim mitgestalten

Die Stadt Puchheim hält sich an Pippi Langstrumpfs Motto: „Das haben wir noch nie probiert, also geht es sicher gut.“ Das passt in diesem Fall, denn es geht darum, die Kommune kinderfreundlicher zu machen. Dazu gehört: Die Kleinen sollen mehr einbezogen werden.

Puchheim – Auf dem Weg zur „Kinderfreundlichen Kommune“ ist Puchheim einen Schritt weiter. Der Sozialausschuss des Stadtrats billigte jetzt einen Aktionsplan, der von der Schulung der Rathaus-Mitarbeiter über einen künftigen Jugendbeauftragten bis zur Kindersprechstunde beim Bürgermeister insgesamt 19 Vorhaben und Projekte umfasst. Eine solche Planung ist Voraussetzung für die Anerkennung als kinderfreundliche Kommune.

„Das haben wir noch nie probiert, also geht es sicher gut,“ zitierte Verwaltungsleiter Jens Tönjes in seinem Geleitwort eine absolute Kennerin von Kinderrechten und Kindeswohl: Pippi Langstrumpf. Anders als in der Villa Kunterbunt führten im Puchheimer Rathaus allerdings die Erwachsenen die Feder, als sie über die „Partizipation“ von jungen Menschen oder ein „integriertes kommunales Handlungskonzept“ nachdachten. Künftig sollen „Indikatoren für die Qualität von Kinderbetreuung“ ermittelt oder die „sozialraumorientierte Umgestaltung“ der Familienhilfe fortgeführt werden.

Freilich gibt es konkrete Handlungsvorschläge. Mit Workshops soll in der Verwaltung das Bewusstsein für die Ziele der UN-Kinderrechtskonvention gestärkt werden. Das Jugendzentrum will sein Kursangebot gegen Mobbing an den Schulen ausbauen. Im Gespräch ist eine „Kinderspielsatzung“, durch die festgelegt werden könnte, dass die späteren Nutzer bei der Gestaltung von Spielflächen mitreden können. Einen eigenen Ombudsmann oder eine Kinder- und Jugendbeauftragte soll es für die Anliegen junger Leute geben. Und die können in einer eigenen Sprechstunde beim Rathaus-Chef vorstellig werden, wenngleich der in der Sitzung noch nicht ganz überzeugt schien: „Das macht dann der Tönjes,“ witzelte Bürgermeister Norbert Seidl.

Auch andere Ausschuss-Mitglieder merkten noch Kritisches an. Was wohl manche Eltern sagen würden, „wenn wir ihnen mit Kinderrechten kommen“, fragte Wolfgang Wuschig (ubp). Und Rosmarie Ehm (SPD) störte es, „dass Kinderrechte angeblich noch nie ein Thema in Puchheim waren“. Gerade die Schulen hätten da viel gemacht, sagte die ehemalige Rektorin.

Man müsse das Thema auch nicht überziehen, meinte Tönjes, aber gerade die Partizipation sei in der Stadt noch ausbaufähig. Es brauche mehr Sensibilität für die Belange der nachwachsenden Generation. „Da müssen wir alle noch was lernen“. Wie zum Beispiel bei der künftigen Schulverpflegung: „Da planen wir, ohne mit den Kindern geredet zu haben“.

Olf Paschen

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Rubriklistenbild: © dpa / Friso Gentsch

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