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Wirtschaftsempfang

So strahlt die Europäische Union auf Puchheim aus

Puchheim liegt fast in der geografischen Mitte der Europäischen Union und ist Sitz einiger Unternehmen, die in ganz Europa tätig sind – und die dazu beitrugen, dass die Stadt im vergangenen Jahr erstmals über 20 Millionen Euro an Gewerbesteuern einnahm.

Puchheim –  Aber was hat Puchheim sonst mit der EU zu tun? Eine ganze Menge, wie jetzt der jüngste Wirtschaftsempfang der Stadt zeigte.

Ein örtlicher Unternehmer sorgte sich auf dem Abend im Kulturzentrum PUC um das Geschäft in einem Großbritannien nach dem Brexit und der Bürgermeister einer europäischen Partnergemeinde Puchheims warnte vor der wachsenden Distanz zwischen Bürgern und Brüssel. Und auch die beiden ehemaligen Politiker auf dem Podium sahen die EU in schwerem Fahrwasser. Aber alle waren sich in einem einig: Ohne die Union hat kein europäischer Nationalstaat eine Zukunft.

Zwar war mit Steffen Schulz von der Vertretung der EU-Kommission in München auch ein hauptamtlicher Europäer zu Gast. Den vehementesten Befürworter des Gemeinschaftsgedankens gab jedoch Michael Bögl, in München Mitgründer der Bürgerbewegung „Pulse of Europe“, die nach Trump-Wahl und Brexit-Votum entstanden war. Europa sei mehr als eine Freihandelszone, sondern seinem Anspruch nach durch gemeinsame Werte verbunden: „In Europa kann ich leben, hier bin ich dahoam.“

Für Reinhold Bocklet (CSU), vor 40 Jahren im ersten direkt gewählten Europa-Parlament jüngster deutscher Abgeordneter, hat Europa durch seinen eigenen Erfolg an Wertschätzung verloren. Freier Grenzverkehr oder Stipendien für Auslandsstudien seien für junge Leute heute eine Selbstverständlichkeit und kein Ergebnis eines mühsamen Einigungsprozesses. Ähnlich wie Bocklet sah auch sein ehemaliger Landtagskollege Herbert Kränzlein (SPD) ein Problem in der etwas blauäugigen Erwartung aus den 90er-Jahren, dass die osteuropäischen Neu-Mitglieder das „übergestülpte“ westliche Freiheits- und Friedensmodell vorbehaltlos akzeptieren würden – ohne Zeit zu haben, sich erst einmal selber zu finden. Bocklet zitierte den in Ungarn geläufigen Satz vom „Brüsseler Politbüro“, das jenes aus Moskau nur abgelöst habe.

Europa fange in den Kommunen an, meinte der CSU-Politiker. Aber auch in Puchheim, das Städtepartnerschaften mit vier europäischen Kommunen pflegt, müsse man mit Staunen registrieren, wie sich ein Viktor Orban in Budapest installiert habe, fand Kränzlein. Und es stelle sich die Frage, ob es dort wie anderswo immer nur die Oberen seien, die im Nationalismus ihr Heil suchten.

Die beiden ungarischen Partnerstädte fehlten im PUC, aber der Rathauschef von Attnang-Puchheim gab Kränzlein recht. Das Europa, wie es seine österreichische Bundesregierung lebe, sei nicht seines, meinte der SPÖ-Politiker Peter Groiß. Aber wahr sei auch, dass man Europa in die Wohnzimmer bringen müsse: „Wenn die Menschen Europa nicht lieben, wird es Europa nicht schaffen.“

Nach so viel Skepsis und Zweifel tat es fast gut, am Schluss zwei begeisterte Europäer zu hören. Terkikki Lektonne, in der finnischen Partnerstadt Salo für die internationalen Beziehungen zuständig, sprach von ihren schon sehr europäischen Landsleuten: „Wie gute Schulkinder tun wir das, was wir tun sollen.“ Und schließlich kam noch eine Migrantin zu Wort. Die in Puchheim lebende Schweizer Bloggerin und Poetry-Slammerin Mary Long kann nicht verstehen, warum ihr Heimatland in Europa nicht mitmachen will. op

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